Herbede

Ein neues Image für Herbeder Fußgängertunnel

Mitglieder von Bürgerkreis, Heimatverein und der WABE reinigen den Tunnel.

Mitglieder von Bürgerkreis, Heimatverein und der WABE reinigen den Tunnel.

Foto: Barbara Zabka

  Initiative putzte die Unterführung am Rathaus der Medizin und macht Verbesserungsvorschläge. Denn viele Herbeder finden den Tunnel ekelig.

Es gibt das Gerücht, jeder Herbeder hätte mal in den Tunnel an der Wittener Straße gepinkelt. Der Uringeruch in Herbedes „Tor zum Stausee“ ist zwar unverkennbar, „aber so schlimm ist es nicht“, sagt Heinrich Knährich vom Herbeder Heimatverein. Er macht mit bei einer Initiative, die den Stadtteil besser für Fußgänger an das Ruhrtal anbinden will. Gestern wurde geputzt und geplant.

20 Helfer waren gekommen, um zu fegen, Sträucher zurückzuschneiden und die graffitiverschmierten Mauern zu säubern. Passanten, die vorbeikamen, lobten die Idee. Sabine Fischer und Sabine Bube nutzen den Tunnel fast täglich. „Aber ohne meinen Hund hätte ich Angst, durchzugehen“, sagt Sabine Fischer.

100 Menschen nutzen täglich die Unterführung, um zum Haus Herbede, zu den Industriebetrieben, zur Ruhr und zum Stausee zu gelangen. Dazu kommen die Passagiere, die am Halt der Ruhrtalbahn aussteigen. Ortskundige bevorzugen einen Trampelpfad links neben der Unterführung, der über die Bahngleise geht. „Deswegen wäre hier ein beschrankter Bahnübergang für Fußgänger sinnvoll“, findet Klaus Pranskuweit (SPD). Den Tunnel zuschütten, einebnen, Bahnübergang her: Das hätten die Herbeder gern. Der Ruhrverband Essen (Eigentümer der Anlage) aber hält die Lösung für nicht machbar. Mit der gegenwärtigen Situation müsse man leben. Was kann man also verbessern?

Konzert im Tunnel?

Eine neue Beleuchtung für Unterführung und Eingangsbereiche. Dann Hinweisschilder, denn viele Passanten finden den Weg zur Ruhr oder zur Ruhrtalbahn oft nicht. Eine Fahrradschiene wäre sinnvoll sowie Mülleimer. Zudem müsse die Anlage häufiger gepflegt werden, so die Vorschläge der gestrigen Runde.

„Vor allem braucht es eine neue Identität für das Bauwerk“, meint Dieter Boehle vom Bürgerkreis Herbede. Indem man den rostroten Eingangsbereich anders gestaltet oder den Tunnel umbenennt – in „Ruhrwurm“. Ein guter Graffiti-Künstler könnte Hand anlegen oder man nutzt die tolle Akustik des Bauwerks. Warum sollte man hier kein Konzert geben?

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