Second-Hand-Kleidung

DRK eröffnet Second-Hand-Kleiderladen in Wittens Ruhrstraße

Joanna Schirrmacher und Petra Luthe (re.) werden den DRK-Kleiderladen an der Ruhrstraße in Witten leiten.

Joanna Schirrmacher und Petra Luthe (re.) werden den DRK-Kleiderladen an der Ruhrstraße in Witten leiten.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Gute Kleidung für kleines Geld wird bald beim Wittener DRK in der Ruhrstraße verkauft. Das Geschäft soll aber keine zweite Kleiderkammer sein.

Ein neuer Modeladen wird Ende Oktober an der Ruhrstraße eröffnen. In den Räumen, in denen zuletzt „Matratzen Concord“ Mieter war, soll dann Garderobe für Männer, Frauen und Kinder angeboten werden – allerdings gebrauchte. Das Rote Kreuz verkauft dort ab 28. Oktober gespendete Kleidung für kleines Geld.

DRK-Kleiderläden liegen im Trend. Auch in Nachbarstädten wie Bochum, Oberhausen oder Recklinghausen werden sie derzeit eröffnet. Nachhaltigkeit sei eben angesagt, erklärt Stefan Ebner, der zuständige Fachbereichsleiter beim DRK Kreisverband Witten. Dafür gebe es einen großen Bedarf – nicht nur bei den Menschen, die die Second-Hand-Kleidung kaufen, sondern auch bei denen, die sie spenden wollen. „Viele wollen ihre guten Sachen nicht in einen Container stopfen“, sagt Joanna Schirrmacher, die den Laden an der Ruhrstraße 41 leiten wird. Lieber würden die Menschen sie abgeben. „Denn bei uns leben die damit verbundenen Erinnerungen weiter.“

DRK will das Altkleider-Geschäft aus den Hinterhöfen hervorholen

Der neue Kleiderladen soll allen offen stehen – Bedürftigen ebenso wie denen, die einfach nur kostengünstig einkaufen wollen. Auf 150 Quadratmetern soll eine richtige Boutique entstehen. Fachbereichsleiter Stefan Ebner: „Das wird keine Kleiderkammer. Hier kann man in schöner Atmosphäre shoppen gehen.“ Das DRK wolle damit das Altkleider-Geschäft aus den Hinterhöfen hervorholen. Die bestehende Kleiderkammer an der Annenstraße werde aber weiter bestehen.

Damit das Geschäft zur Eröffnung gut gefüllt ist, nimmt das Rote Kreuz bereits jetzt Spenden dafür an. Gut erhalten sollte die Kleidung sein. Joanna Schirrmacher hofft auf viele Wintersachen. „Hosen, Jacken, Shirts, aber auch Mützen, Schals und Schule – alles, was man tragen kann.“ Alles – bis auf Unterwäsche. Die Garderobe wird gesichtet und sortiert und dann für einen geringen Betrag verkauft. Ab einem Euro geht es los. „Selbst eine gute Lederjacke kostet dann nicht mehr als 20 Euro“, sagt Schirrmacher. Der Erlös fließt in die Arbeit des DRK.

Konkurrenz hat mit der Neueröffnung kein Problem

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip arbeitet die „tragbar“ in der Annenstraße. In dem Second-Hand-Laden – eine Kooperation der VHS Witten und Quabed – wird seit über zehn Jahren Gebrauchtes günstig verkauft. Mitarbeiterin Andrea Madel hat keine Bedenken, wenn jetzt der DRK-Kleiderladen aufmacht. „Es gibt einen großen Bedarf, da werden wird uns nicht in die Quere kommen – schon räumlich ja nicht.“

Auch die beiden Second-Hand-Boutiquen im Wiesenviertel sehen der Neueröffnung entspannt entgegen. Ja, Nachhaltigkeit sei im Trend. „Aber bei uns geht es auch um exklusive Marken und Designermode“, sagt Ulrike Sewohl, Mitarbeiterin bei „Rosenrot“ in der Casinostraße. Entsprechend liegen auch die Preise höher als beim DRK. Hier eine Bogner-Jacke für 77 Euro, da eine Burberry-Bluse für 65. „Ich versuche schon, unter 100 Euro zu bleiben“, sagt Antje Willgosch, Inhaberin von „Für Elise“ in der Steinstraße. Bei ihr kauften Kundinnen, die auf der Suche nach hochwertigen Stücken sind, „die sie sich sonst nicht leisten könnten“. Angst vorm DRK-Kleiderladen habe sie daher nicht. „Aber die hatte ich auch nicht vor der Eröffnung von TK Maxx – und die kriege ich im Umsatz jetzt doch zu spüren.“

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