Behördenärger

Diebstahl: Polizist nimmt Hinweis nicht ernst

Wolf-Rainer Wirkner (hier mit seinem eigenen Roller) zeigt die Stelle an der Ruhrmannstraße, wo wochenlang ein demolierter Roller gestanden hat.

Foto: Jürgen Theobald

Wolf-Rainer Wirkner (hier mit seinem eigenen Roller) zeigt die Stelle an der Ruhrmannstraße, wo wochenlang ein demolierter Roller gestanden hat. Foto: Jürgen Theobald

  Wolf-Dieter Wirkner wollte der Wache einen Motorroller melden, der verlassen in Bommern stand. Doch die Polizei schickte ihn weg.

Das hatte ein Nachspiel: Dorothee Gellenbeck, Leiterin der Polizeiinspektion Witten, hat sich bei einem Wittener entschuldigt. Einer ihrer Mitarbeiter hatte Wolf-Rainer Wirkner unfreundlich abgekanzelt, als der einen offenbar gestohlenen Motorroller melden wollte, der tagelang vor seiner Haustür in Bommern stand. Später landete das Krad doch bei der Polizei: Weil Unbekannte den Roller in die Ruhr geschubst hatten.

Aber der Reihe nach. Wolf-Rainer Wirkner hatte schon einmal schlechte Erfahrungen mit den Beamten auf der Wittener Wache gemacht, als er ein Graffiti zur Anzeige bringen wollte. Anfang des Jahres folgt die zweite Watsche. Vor dem Haus Ruhrmannstraße 2 ist ein zerbeulter Yamaha-Roller mit Versicherungskennzeichen abgestellt. Dass der Roller dort über Wochen steht, macht den Rentner stutzig. So macht er Fotos und schreibt einen Text, geht damit zur Polizei. Er möchte vor allem, dass der Roller abgeholt wird.

Genau so etwas ist Aufgabe des Ordnungsamtes – direkt wird der Rentner zum Bürgerbüro geschickt. Der Beamte möchte auch keine Unterlagen weiterleiten und Wolf-Rainer Wirkner nicht weiter zuhören. „Wir haben damit nichts zu tun. Das ist dasselbe, wie wenn Sie einen Tisch repariert habe wollen und gehen damit zum Elektriker und nicht zum Schreiner.“ Frustriert geht Wirkner zum Bürgerbüro, sieht die lange Warteschlange und wirft seine Unterlagen in den Amtsbriefkasten. „Die Polizei rät, Bürger haltet die Augen offen, heißt es doch immer!“

Unbekannte schubsten Roller in die Ruhr

Drei Tage später ist der Roller tatsächlich weg. Doch wenig später lesen die Wirkners in der Zeitung eine kleine Notiz: „Ein Motorroller ist gestern in der Ruhr in Bommern, Höhe Ruhrmannstraße – geborgen worden.“ Es ist jener Roller, den der Bommeraner der Polizei melden wollte. Diese hat das Krad nun in Gewahrsam. Denn, so stellte sich nun heraus, es war tatsächlich als gestohlen gemeldet.

Die Polizeiinspektion Witten ist nun in Erklärungsnot. Leiterin Dorothee Gellenbeck hat den Vorfall zur Chefsache erklärt, sich umgehend bei Wirkner gemeldet und entschuldigt. In der Behörde wurde der Vorfall thematisiert. Gellenbeck: „Wir sind um vollständige Aufklärung innerhalb der Polizeiinspektion Witten bemüht.“

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