Ruhrtalwölfe

Die Hunnen kommen wieder nach Witten

Vom Tierschädel bis zum nietenbesetzten Gürtel: Die Hunnen von heute pflegen echtes Stilbewusstsein. Vor zwei Jahren schlugen sie erstmals ihr Lager in Witten auf.

Vom Tierschädel bis zum nietenbesetzten Gürtel: Die Hunnen von heute pflegen echtes Stilbewusstsein. Vor zwei Jahren schlugen sie erstmals ihr Lager in Witten auf.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Am letzten Mai-Wochenende schlagen die Horden zum zweiten Mal ihr Lager in Witten auf. Jeder kann sie besuchen und ihren Ritualen beiwohnen.

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Einst versetzte dieser Ruf ganze Landstriche in Angst und Schrecken: „Die Hunnen kommen!“ Doch heutzutage braucht sich vor Attila und seiner Horde keiner mehr zu fürchten. Im Gegenteil: Beim zweiten Hunnenlager der Ruhrtalwölfe Witten am 26. und 27. Mai können die Besucher hautnah miterleben, wie so ein Hunne eigentlich wohnt, was er isst und welche Rituale er pflegt.

Ruhrtalwölfe – auch das klingt erstmal irgendwie gefährlich. Dabei verbergen sich dahinter nur einige Mannen der KG Rot-Weiß. „Hunnenstämme sind eigentlich alle Karnevalisten“, sagt Mitglied Susi Bergstein, die selbst entsprechend gewandet noch am 11. November das Rathaus gestürmt hatte. Die 53-Jährige hat sich, ebenso wie ihr Mann Andreas, intensiv mit der Geschichte der Hunnen befasst. „Attila hat ja die große Völkerwanderung ausgelöst und ist sogar bis an den Rhein gekommen“, erklärt sie den Bezug zur fünften Jahreszeit.

In Köln haben die Wittener dann auch beim Besuch anderer Karnevalsvereine die Art der Hunnen kennen- und offenbar liebengelernt. „Die Gemeinschaft dort ist sehr gut und man kommt viel rum“, sagt Susi Bergstein. Bis zu den Stuttgarter Hunnenhorden sind sie schon gereist.

Gleichgesinnte aus der näheren und ferneren Umgebung eilen den Wittenern dann auch zu Hilfe und schlagen mit ihnen das Lager an der Fredi-Ostermann-Straße auf. Neun Jurten, also Nomadenzelte, werden dort stehen – und sie werden das ganze Wochenende über bewohnt sein. Die Besucher können einen Blick hineinwerfen oder mit den Hunnen tafeln, wobei ausnahmsweise nicht nur Fleisch auf den Tisch kommt. Es gibt eine Bogenschießwand, an der jeder sein Geschick beweisen kann. Der „Ruhr-Piper“, ein Dudelsackspieler, wird am Samstag ab 17 Uhr und am Sonntag ab 13 Uhr aufspielen. Am Samstag wird es bei Einbruch der Dunkelheit eine große Feuershow geben und am Sonntag ab etwa 16 Uhr ist eine Greifvogelschau geplant.

Sogar eine Schamanin gilt es zu bestaunen sowie eine Fürsten- und Kriegerweihe in entsprechend eindrucksvollen Kostümen. „Die sind fast komplett selbst gemacht“, sagt Susi Bergstein. Denn solcherlei Kleidung könne man gar nicht kaufen. Sie selbst ist übrigens noch ein „Nichtsnutz“, erhält aber bald einen Namen und heißt dann N’keara – rothaarige Kräuterhexe.

>> INFORMATION

  • Das zweite Wittener Hunnenlager an der Fredi-Ostermann-Str. 1-3 wird am Samstag, 26. Mai, um 14 Uhr von Bürgermeisterin Sonja Leidemann eröffnet. Besucher sind an diesem Tag bis 20 Uhr willkommen. Am Sonntag, 27. Mai, ist das Lager von 13 bis 19 Uhr geöffnet.
  • Der Eintritt ist frei. Gleiches gilt für Feuer- und Vogelshow.

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