Großprojekt

Der Ardex-Turm soll in fünf Jahren stehen

Eine 90 Meter hohe Hauptverwaltung, der Ausbau der Produktion und ein neues Logistikzentrum: Unter dem Projektnamen „Ardex-Campus“ plant der Wittener Bauchemiespezialist Ardex heute eine große Zukunftsinvestition.

Eine 90 Meter hohe Hauptverwaltung, der Ausbau der Produktion und ein neues Logistikzentrum: Unter dem Projektnamen „Ardex-Campus“ plant der Wittener Bauchemiespezialist Ardex heute eine große Zukunftsinvestition.

Foto: Ardex GmbH

Witten.   Der Ausschuss für Stadtentwicklung beschließt den Bebauungsplan. Stadtbaurat freut sich über den „Meilenstein für die Stadtentwicklung“.

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Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltschutz (ASU) hat den Bebauungsplan für die Ardex-Erweiterung an der Friedrich-Ebert-Straße beschlossen. Damit hat der Bauchemiespezialist Planungsrecht für seine 100-Millionen-Euro-Investition. Ardex möchte die Produktionsstätten erweitern und neu ordnen, ein neues Logistikzentrum errichten und einen 24-geschossigen Büroturm bauen. Die Entscheidung fiel mit einer einzigen Gegenstimme.

Baurat Stefan Rommelfanger nannte den geplanten Ardex-Tower „ein architektonisches Highlight für unsere Stadtsilhouette“ und „einen Meilenstein für die Stadtentwicklung“. Auch Arnulf Rybicki (CDU) dankte Ardex für das Bekenntnis zum Standort Witten und erkannte an, dass das Unternehmen hier auch „die gestalterische und finanzielle Kraft für eine städtebauliche Großform“ unter Beweis stelle. Rybicki, aber auch Sprecher von SPD, Grünen und Piraten dankten der Stadt für die zügige Durchführung des komplizierten Bebauungsplanverfahrens.

Linkspartei kritisiert das Projekt scharf

In ein ganz anderes Horn blies – als einziger – Oliver Kalusch von der Linkspartei. „Der Ardex-Tower erinnert uns an den Trump-Tower.“ Das Unternehmen versuche, „der Stadt einen Stempel aufzudrücken“. Diese „Landmarke“ werde „die Nachbarschaft erdrücken“. Der Bebauungsplan sei ein „großzügiges Geschenk an einen Investor“, so Kalusch weiter, der zugleich bemängelt, dass daran ein privates Planungsbüro „ohne die nötige Distanz zu dem Vorhaben“ mitgewirkt habe.

Roland Löpke (Piraten) konterte, dass das Projekt in zwei Bürgerversammlungen „generell sehr positiv aufgenommen“ worden sei. Gezielt in Richtung Linkspartei meint er: „Wir sind viel zu wenig stolz, auf das, was wir hier leisten und zeigen können.“

Stadt arbeitete Hand in Hand mit privatem Büro

Stadtplaner Arne Merres stellte klar, dass der Investor sämtliche Kosten für die Planung und Gutachten selbst trage. Diese beliefen sich nach seiner groben Schätzung bisher auf etwa 100 000 Euro. Nur durch die Beauftragung eines privaten Planungsbüros sei es möglich gewesen, das Planverfahren Hand in Hand mit diesem innerhalb von 16 Monaten abzuarbeiten. „Neben dem laufenden Geschäft bei der Stadt geht das nicht.“

Zum geplanten Bauablauf führte Merres aus, dass Ardex nicht mit Turm, sondern mit dem neuen Hochregallager im Osten anfangen wolle. Der Startschuss für den Verwaltungsturm soll erst in zwei Jahren fallen. Ardex rechne mit einer dreijährigen Bauzeit. Der Turm werde in zirka fünf Jahren stehen.

In Sachen Vogelschutz hakte Birgit Legel-Wood (Grüne) nach. Im städtebaulichen Vertrag, den die Stadt mit Ardex schließen will, verpflichtet sich der Bauherr zu einer „Vogelschlag vermeidenden Fassadengestaltung“. Laut Arne Merres hat Ardex ein Gutachten dazu in Auftrag gegeben. Dieses liege schon der Unteren Landschaftsbehörde zur Beurteilung vor.

>> Ökologischer Ausgleich

Warum soll Ardex einen Betrag aufs Öko-Konto der Stadtwerke einzahlen? Die Linke ließ sich das im Ausschuss erklären.

Das Planungsamt erläuterte: Insgesamt müsse Ardex für wenig Ausgleich sorgen. Auf dem Gelände selbst würden Flächen entsiegelt und begrünt. Diese Flächen seien aber noch nicht als Öko-Ausgleich anerkannt. Daher die – wohl vorübergehende Zahlung – aufs Konto.

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