Soziales

Daniel Strohleit ist einer der ersten Notfallsanitäter

Daniel Strohleit ist einer der ersten Notfallsanitäter – ein Traumjob für ihn.

Daniel Strohleit ist einer der ersten Notfallsanitäter – ein Traumjob für ihn.

Foto: Funke Foto Services

Witten.   Daniel Strohleit ist einer der ersten Notfallsanitäter, seine Prüfungen bestand er alle mit eins. Mit seinen 22 Jahren hat er bereits viel erlebt.

Sechs Wochen hatte Daniel Strohleit (22) neben der Arbeit als Rettungsassistent für sein Staatsexamen gebüffelt – vom Gefäß- bis zum Verdauungssystem, vom Straf- bis zum Verkehrsrecht: Nun darf er sich als einer der ersten „Notfallsanitäter“ nennen. Seine Klausuren bestand er alle mit eins.

Wie vielfältig und vor allem verantwortungsvoll sein Beruf ist, zeigen auch die praktischen Prüfungen, die der Mitarbeiter des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) absolvieren musste: Von der Wiederbelebung bis zur Versorgung eines Verbrennungspatienten war (fast) alles dabei. „Das baute auf dem auf, was ich schon vorher jeden Tag als Rettungsassistent gemacht habe“, erzählt Daniel Strohleit. „Für eine Wiederbelebung“, sagt er, „da kann man mich nachts wecken.“

Neben dem Abi als Rettungsschwimmer gearbeitet

Überhaupt ist der „Dienst am Menschen“ der Traum des 22-Jährigen. Schon neben dem Abi hatte er als Rettungsschwimmer gearbeitet, dann ein Praktikum in einer Unfallchirurgie gemacht. Seine Ausbildung zum Rettungsassistenten führte ihn für sein Anerkennungsjahr zum ASB. Trotz seiner nun noch größeren Verantwortung als Notfallsanitäter – der zum Beispiel entscheiden kann, ob ein Notarzt hinzugezogen wird oder nicht – wirkt er schon professionell.

„In Extremsituationen bleibe ich sehr ruhig“, sagt Daniel Strohleit selbstbewusst. Egal, ob jemand einen Herzinfarkt hat oder nach einem Unfall schwer verletzt ist. Der Lebensretter hat trotz seines jungen Alters schon einige Einsätze hinter sich, von denen mancher in seinem Alter nicht einmal erzählen kann.

Lustige und traurige Einsätze

Als zum Beispiel für eine schwangere Frau der Notarzt nicht schnell genug zur Stelle war, half der damalige Rettungsassistent aus. „Ich habe quasi die Hebamme gemacht. Das Mädchen kam gesund zur Welt. Das war ein Glücksmoment.“ Es gab aber auch lustige Situationen. Dass eine Frau bei einem Einsatz wegen eines verstauchten Fußes nackt vor ihm stehen würde, hätte er jedenfalls nicht gedacht. Aber zu seinem Beruf gehören auch die Schattenseiten: Etwa wenn ein Mensch stirbt.

„Das ist natürlich nicht einfach, aber ich kann so etwas ganz gut verarbeiten“, sagt der frisch gebackene Notfallsanitäter. „Wir haben ein junges Team, das eng zusammenarbeitet. Wir können auch untereinander über so etwas reden.“ Mit seinem Team meint Daniel Strohleit seine Kollegen vom ASB, bei dem er arbeitet, aber auch die Mitarbeiter der Feuerwehrwache.

Ein guter Redner ist gefragt

Dort schiebt er seine Zwölf-Stunden-Schichten, mit ihnen isst er, macht Übungen und hält sich für den nächsten Einsatz im Rettungswagen bereit. Und der lässt meist nicht lange auf sich warten: 50-mal pro Woche auszurücken, sei nicht ungewöhnlich. „Ich hatte in einer Nacht mal acht Einsätze.“ Da müsse er dann auch mal ein guter Redner sein. Daniel Strohleit weiß: Als Rettungsassistent und nun als Notfallsanitäter ist er Seelsorger, Organisator, Lebensretter und Geburtshelfer in einem.

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