Neue Straßenbahn 310

Crengeldanz: Neue Brücke in Witten verschiebt Straßenbahnbau

Die Eisenbahnbrücke an der Bochumer Straße in der Nähe des Crengeldanz ist marode. Nun will die Bahn sie doch erneuern, obwohl Bogestra und Stadt eigentlich die Straße tiefer legen wollten.

Die Eisenbahnbrücke an der Bochumer Straße in der Nähe des Crengeldanz ist marode. Nun will die Bahn sie doch erneuern, obwohl Bogestra und Stadt eigentlich die Straße tiefer legen wollten.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer/Witten.  Die Straßenbahn 310 wird ab 2020 von Witten über Langendreer nach Bochum fahren. Fertig ist die Strecke dann nicht – es fehlt eine neue Brücke.

Die Erweiterung der Straßenbahnlinie 310 von Witten über Langendreer zum Bochumer Hauptbahnhof nimmt weiter Fahrt auf. Ende Juli starten die Bauarbeiten für das Teilstück Langendreer-Dorf bis Witten. Ab September 2020 wird die niederflurige moderne Variobahn dann zwischen Witten und Bochum rollen – allerdings auf einem kurzen Stück über alte Gleise: Der Bereich rund um die Eisenbahnbrücke über die Bochumer Straße bleibt ausgespart.

Start des Bauabschnitts B ist nun in Langendreer, wo zunächst neue Versorgungsleitungen gelegt werden, bevor die Schienen auf die neue Asphaltdecke kommen. Der wohl heftigste Einschnitt für die Wittener betrifft den Zubringer zur A 448 nach Dortmund: Auf- und Abfahrt müssen im Zuge der Bauarbeiten für ca. zwei Monate voll gesperrt werden. „Wann genau das sein wird, können wir noch nicht sagen“, teilt Astrid Metz von der Bogestra mit.

Der Bauabschnitt A auf Wittener Gebiet ist bereits fertig: 2018 wurden entlang der Crengeldanzstraße die neuen Gleise gelegt. Bleibt also der Lückenschluss von dort bis zur Stadtgrenze – der Bauabschnitt C, der plötzlich Probleme macht. So hat die Deutsche Bahn unvermittelt angekündigt, bis 2028 ihre Eisenbahnbrücke an der Bochumer Straße erneuern zu wollen. Zuvor hatte sie jahrelang beteuert, dass die mittlerweile 111 Jahre alte Eisenbahnbrücke in einem guten Zustand sei. Weil immer wieder Lastwagen an den Fahrleitungen in der nur 3,50 Meter hohen Brücke hängenblieben und die Bochumer Straße insgesamt breiter ausgebaut werden soll, hatte die Stadt Witten auf eigene Kosten eine Ertüchtigung der Brückenlager und eine Absenkung der Fahrbahn übernehmen wollen. Gutachten, Fördermittel, Planungen, Genehmigungen liegen bereits vor, so Stadtbaurat Stefan Rommelfanger.

„Das ist doch ein Schildbürgerstreich“

Ende 2018 erreichte ihn die Mail einer Sachbearbeiterin der DB Netz Agentur – mit der Nachricht, dass nach einer erneuten Brückeninspektion entschieden wurde, das Bauwerk bis 2028 komplett zu erneuern. „Das hieße: die Bogestra wäre 2021 mit der Tieferlegung der Fahrbahn fertig und 2025 würde die Bahn an gleicher Stelle eine Großbaustelle einrichten“, so Rommelfanger. „Das ist doch ein Schildbürgerstreich.“

Eine detaillierte Planung seitens der Bahn gäbe es noch nicht. Rommelfanger und Bogestra-Vorstand Jörg Filter haben nun einen Termin bei der Bahn-Bauleitung. „Wir versuchen natürlich, dass die neue Brücke die entsprechenden Dimensionen bekommt. Auch für einen Radweg und Bürgersteig“, versichert Astrid Metz. Um jetzt nicht Geld auszugeben für eine Maßnahme, die womöglich gar nicht nötig ist, arbeitet die Bogestra nun an einer verkürzten Streckenplanung und wird die neuen Gleise kurz nach der Einmündung Papenholz an die bestehenden anschließen. Ab dieser Stelle würde die spätere „Tieferlegung“ des Straßenniveaus beginnen. „Für uns ist vor allem wichtig, dass endlich eine Niederflurbahn nach Witten kommt.

Immer wieder zeitliche Verzögerungen

Die Jungfernfahrt war in den letzten Jahren immer wieder in weite Ferne gerückt. Ursprünglich sollte der neue Streckenverlauf der 310 schon 2017 fertig sein. Probleme im Bauabschnitt zwischen Langendreer-S-Bahnhof und Langendreer-Markt sorgten für eine Verzögerung von zwei Jahren. Jetzt kann auch der damals angegebene Termin – Herbst 2019 – nicht eingehalten werden. Unter anderem wegen der Probleme mit der Brücke am Crengeldanz.

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