Weihnachtsmarkt

Corona: Kreis sagt Weihnachtsmarkt in Witten ab

Feststimmung auf dem Weihnachtsmarkt in Witten im vergangenen Jahr. Diesmal war er ohnehin nur in abgespeckter Form auf dem Rathausplatz geplant. Nun wird gar nichts daraus.

Feststimmung auf dem Weihnachtsmarkt in Witten im vergangenen Jahr. Diesmal war er ohnehin nur in abgespeckter Form auf dem Rathausplatz geplant. Nun wird gar nichts daraus.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Man konnte es ahnen, jetzt ist es entschieden: Der Weihnachtsmarkt in Witten fällt aus. Was Wittener Schausteller von der Absage halten.

Am 19. November sollte er eröffnet werden, doch daraus wird nichts. Nach der jüngsten Absage aus Dortmund fällt nun auch der Weihnachtsmarkt in Witten der Coronapandemie zum Opfer. Matthias Pöck, beim Stadtmarketing für die Organisation des Marktes zuständig, wurde darüber am späten Donnerstagnachmittag (29.10.) vom EN-Kreis informiert.

Die Entscheidung wurde dort von der „Stabsstelle für außergewöhnliche Ereignisse“ getroffen. Pöck hat bereits die Betreiber aller 14 Stände und Karussells informiert, die auf dem Rathausplatz bis zum 23. Dezember für Feststimmung sorgen sollten. „Das ist sehr traurig für die Schausteller“, sagt Pöck. Denn ihnen seien durch die Absage die Einnahmen des Weihnachtsgeschäftes weggebrochen.

Schaustellerin aus Witten: „Unsere Kredite laufen weiter. Wir haben hohe Kosten“

Betroffen ist etwa die Wittener Familie Bonner, deren Glühwein-Pyramide in der Vergangenheit eine der Hauptattraktionen des Marktes war. Man habe in den letzten Jahren viel in die Firma investiert, sagt Debby Bonner-Graß, deren Familie auch zwei Breakdance-Fahrgeschäfte betreibt. „Unsere Kredite laufen weiter. Wir haben hohe Kosten“, so die Schaustellerin. Das Weihnachtsmarkt-Geschäft sei wirtschaftlich sehr wichtig für den Familienbetrieb. „Zumal die Kirmes-Saison nicht mehr das ist, was sie früher einmal war.“

Der Mann der Schaustellerin, Thomas Graß, betont: „Die Gesundheit geht vor. Die Frage ist, ob die jetzt ergriffenen Maßnahmen verhältnismäßig sind.“ Man habe in diesem Jahr Erfahrungen gesammelt, wie Veranstaltungen coronakonform ablaufen können. Graß findet es „unfair“, dass die Veranstaltungs-Profis jetzt unter der Corona-Verordnung leiden müssten. Er sagt: „Wenn ich mich in der Branche so umhöre, sehen das viele ähnlich.“

Schausteller möchte gerne mit Mandelstand auf dem Berliner Platz stehen

Viel Geld konnten die Bonners in diesem Corona-Jahr nicht verdienen. der rund um die Dortmunder Westfalenhallen stattfand. Im September standen sie auf einer Mini-Kirmes vor dem Ostermann-Möbelhaus in Haan. Debby Bonner-Graß: „Nach Abzug unserer Kosten blieb da unterm Strich nicht viel übrig. Wenn man unsere Investitionen in unser Geschäft hinzuzählt, haben wir in diesem Jahr ein fettes Minus gemacht.“ Ihr Mann glaubt: „Ohne finanzielle staatliche Hilfe werden viele Schausteller-Betriebe nicht überleben.“

, sieht schwarz. „Solche Zeiten habe ich noch nicht erlebt“, betont der 60-Jährige. Ohne staatliche Förderung, so glaubt auch er, „werden viele Kollegen pleitegehen“. Der Schausteller, der mit seinem Kinderkarussell „Kid’s World“ seit Jahrzehnten zu den Traditionsbetrieben auf dem Wittener Weihnachtsmarkt gehört, versucht derzeit, seine Kosten zu reduzieren. „Ich habe zwei Fahrzeuge abgemeldet, meine Versicherungen reduziert.“

Die gerade ergriffenen staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hält Nowag für übertrieben. Die Absage des Weihnachtsmarktes in Witten kann er aber nachvollziehen. „Es gibt so viele Corona-Fälle.“ Jetzt will Nowag sehen, ob in der Adventszeit für ihn vielleicht doch noch etwas geht. „Ich würde so gerne mit meinem Mandelstand auf dem Berliner Platz stehen.“

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