Corona

Corona: EN-Kreis will 90 Menschen am Tag in Drive-in testen

DRK und Technisches Hilfswerk sind in das neue Testzentrum am Schwelmer Kreishaus stark eingebunden. Sie haben auch das „Drive-in“-Zelt aufgebaut.

DRK und Technisches Hilfswerk sind in das neue Testzentrum am Schwelmer Kreishaus stark eingebunden. Sie haben auch das „Drive-in“-Zelt aufgebaut.

Witten.  Der EN-Kreis wird die Zahl seiner Corona-Tests mehr als verdoppeln. Man fährt vor wie bei McDonald’s. Allerdings steht das Zelt nicht in Witten.

Ab Donnerstag (26.3.) verstärken Witten und der Kreis noch einmal ihre Aktivitäten im Kampf gegen das Coronavirus. In der psychiatrischen Tagesklinik an der Pferdestraße eröffnet das unter Beteiligung der Wittener Ärzteschaft entstandene neue Corona-Behandlungszentrum und in Schwelm eine stationäre Teststation.

Um mit Letzterer anzufangen: EN-Bürger, die nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt einen Termin für einen entsprechenden Test in Schwelm bekommen haben, brauchen nur mit dem eigenen Auto vorzufahren – wie bei McDonald’s, wenn sie aus dem Fenster heraus ihren Hamburger und Pommes bestellen. Ähnlich läuft es in dem neuen Test-Drive-in am Kreishaus ab.

Ohne Ausweiskontrolle kommt keine Testperson aufs Gelände

Dort wird – wie jüngst beim Massenabstrich an der Hüllbergschule in Witten – ein Zelt über die Fahrbahn gespannt, wo die Tests vorgenommen werden. Es dürfen nur die aufs Gelände, die nachweislich einen Termin haben. Deshalb gibt es Ausweiskontrollen. „Alle anderen werden abgewiesen“, sagt Kreissprecher Ingo Niemann. „Denn unbeschränkte Tests für jedermann sind ebenso nutzlos wie nicht organisierbar.“

Sicherheit wird groß geschrieben. Anders als bei McDonald’s tragen alle Mitarbeiter – 16 teilen sich täglich die Sechs-Stunden-Schicht ab 9 Uhr von Montag bis Sonntag – Schutzanzüge, Mund- und Augenschutz und Handschuhe. Damit sich das Virus nicht ausbreiten kann, bleiben die Patienten in ihrem Auto. Im Einbahnstraßenprinzip rollen sie nach der Ausweiskontrolle auf ein extra abgesperrtes Parkdeck. Dort bekommen sie ihr Röhrchen und einen Watteträger, um dann im Auto selbst den Abstrich im Rachen vorzunehmen. Bevor sie zurückfahren, erhalten sie ein Info-Blatt, wann sie wie das Ergebnis erfahren.

Wegen der starken Schutzmaßnahmen kann die Szenerie gespenstisch wirken

Aufgrund der hohen Schutzmaßnahmen könne die gesamte Szenerie durchaus gespenstisch wirken, sagt Christian Zittlau, Vize-Abteilungsleiter für Bevölkerungsschutz beim Kreis. Er hat das Konzept für das Corona-Drive-in mit Gesundheitsamt und Katastrophenschutz erarbeitet. 90 Menschen sollen dort pro Tag durchgeschleust werden. Nimmt man die vier mobilen Test-Trupps hinzu, die seit Montag (23.3.) täglich insgesamt 60 Tests schaffen, kann die Test-Kapazität kreisweit nun auf 150 am Tag erhöht werden. „Wir hoffen, so erst einmal die Warteliste abbauen zu können“, sagt Kreissprecher Niemann.

Unterdessen hat das neue Corona-Behandlungszentrum in der Psychiatrischen Tagesklinik am Evangelischen Krankenhaus in Witten am Mittwoch (25.3.) erfolgreich einen Testlauf hingelegt, bevor es am Donnerstag eröffnet wird. „Wir haben fünf Patienten untersucht und fünf Abstriche gemacht“, sagt Dr. Arne Meinshausen. Das Zentrum sei nun bereits komplett ausgestattet, die Computer mit den nötigen Programmen laufen.

Künftig sollen dort diejenigen Menschen auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 getestet werden, die schwerwiegendere Symptome haben. „Aber nur nach Zuweisung durch einen Arzt oder das Gesundheitsamt“, stellt Meinshausen klar. Wem es soweit gut geht, der solle die neue Drive-in-Stelle in Schwelm nutzen.

In erster Linie dient das neue Zentrum in Witten als Anlaufstelle für Corona-Erkrankte, die dort ärztlich versorgt werden. So wird an der Pferdebachstraße entschieden, ob die Patienten weiter ambulant betreut werden können oder in eine Klinik eingewiesen werden müssen. Ebenso erhalten die Patienten die notwendigen Rezepte für ihre Medikamente und Bescheinigungen zur Arbeitsunfähigkeit. Auch in Herdecke soll in naher Zukunft ein solches Behandlungszentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe eröffnen.

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