Religion

Christengemeinschaft existiert seit 25 Jahren in Witten

Michael Rosenbruch (r.), Priester der Christengemeinschaft Witten, und Klaus-Bernhard Tetzlaff, Gemeindeältester der Christengemeinschaft vor dem Altar in ihrer Kirche. Die Wittener Christengemeinschaft feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Michael Rosenbruch (r.), Priester der Christengemeinschaft Witten, und Klaus-Bernhard Tetzlaff, Gemeindeältester der Christengemeinschaft vor dem Altar in ihrer Kirche. Die Wittener Christengemeinschaft feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Christengemeinschaft feiert am Sonntag Jubiläum. Priester der Wittener Gemeinde betont Freiheitsgedanken der Bewegung für religiöse Erneuerung.

Wer die Kirche der Christengemeinschaft in Witten betritt, kann sich eines Eindrucks nicht erwehren: Das ist keine gewöhnliche Kirche. Die Wände etwa sind in einem hellen Lila gestrichen, die Wand hinter dem Altar in einem dunklen. „Der Altarbereich ist der Übergang in die geistige Welt“, erklärt Priester Michael Rosenbruch die Farbwahl Violett, „die geistigste aller Farben“. Am Sonntag, 20. September, feiert die Gemeinde ihr 25-jähriges Bestehen in Witten.

Die Christengemeinschaft versteht sich als Bewegung für religiöse Erneuerung und ist von der Anthroposophie Rudolf Steiners inspiriert. Das ist auch einer der Gründe, dass es eine kleine Gemeinde mit rund 110 aktiven Mitgliedern an der Crengeldanzstraße in Witten gibt. „Hier ist ein Umfeld da“, sagt Klaus-Bernhard Tetzlaff. Der 80-Jährige und Gemeindeältester verweist auf zwei Demeterhöfe, die Ausbildung von Waldorflehrern und die Eurythmieschule in der Stadt.

Gottesdienst heißt „Menschenweihehandlung“

Die „Erneuerung“ allerdings käme heute schon etwas „antiquiert“ daher, räumt Rosenbruch ein. Vor knapp 100 Jahren, als die Christengemeinschaft entstanden ist, wurde „das Alte, was da war – also das Abendmahl – in eine neue Form gegossen“, erklärt der Priester, der mal Diplom-Physiker und Programmierer war. Der Gottesdienst etwa heißt hier „Menschenweihehandlung“ und wird laut Rosenbruch zu rund 90 Prozent zum Altar hingewandt gefeiert. Der Priester steht also mit dem Rücken zur Gemeinde.

Rosenbruch verweist auf noch weitere Unterschiede zu Religionen wie dem Katholizismus. „Bei uns gibt es Priesterinnen und schwule Priester. Die Hochzeit für Gleichgeschlechtliche gibt es noch nicht.“ Sie sei aber in der Gemeinschaft akzeptiert. Übrigens sei die Gemeinde in Witten auch einmal von zwei Frauen geleitet worden, so der 52-Jährige.

Mitglied von Christengemeinschaft und gleichzeitig in anderer Kirche

Rosenbruch, der seit zwei Jahren Priester in der Wittener Gemeinde ist, lokalisiert die Christengemeinschaft zwischen Katholizismus und Protestantismus. Von ersterem grenzten sie sich durch „das Nicht-Dogmatische“ ab. „Wir schauen sehr auf die Selbstständigkeit der Menschen“, erläutert er. Von der evangelischen Kirche unterscheide sie hingegen der festgelegte Ablauf der Menschenweihehandlung, oder „das Starre eines Ritus“, wie Rosenbruch es nennt. Trotz der Unterschiede ist es erlaubt, sowohl der Christengemeinschaft als auch einer anderen Kirche anzugehören. „Jeder hat seinen eigenen Weg zu Christus. Und wir sind ein Weg“, unterstreicht er den Freiheitsgedanken der Gemeinschaft.

Am Sonntag, 20. September, feiert die Gemeinde Jubiläum im Garten vor der Kirche an der Crengeldanzstraße 24a. Los geht es um 15 Uhr, Ende ist um 18 Uhr. Auf dem Programm stehen unter anderem Konzerte, Puppenspiel und der Verkauf von Handgemachtem, Speis und Trank. Auch Nicht-Mitglieder sind willkommen, sagt Klaus-Bernhard Tetzlaff.

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