Freizeit

Campingplätze verzeichnen mehr Gäste – aber nicht in Witten

So gut besucht wie auf diesem Bild von 2019 ist der Campingplatz Steger in Witten im Corona-Jahr nicht.

So gut besucht wie auf diesem Bild von 2019 ist der Campingplatz Steger in Witten im Corona-Jahr nicht.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Laut Statistischem Landesamt nehmen die Übernachtungszahlen auf Campingplätzen zu. Peter Steger aus Witten kann diesen Trend nicht bestätigen.

Schönes Wetter und hohe Temperaturen haben im Juli wieder mehr Menschen auf Campingplätze gelockt. Laut IT.NRW liegen Gäste- und Übernachtungszahlen sogar über denen des Vorjahres. Auf Campingplätzen verbrachten fast 138.000 Gäste (+4,2 Prozent) insgesamt knapp 417.000 Nächte (+13,3 Prozent). In Ferienhäusern und -zentren buchten 56.000 Besucher eine Unterkunft (+6,7 Prozent) für insgesamt beinahe 310.000 Nächte (+8,5 Prozent). Der Wittener Campingplatz-Betreiber Peter Steger kann diese Entwicklung allerdings nicht bestätigen.

Genaue Zahlen nennt er nicht, aber: „vom Gefühl ist es weniger“, sagt er. Zwar sei er oft ausgebucht, wegen der Corona-Pandemie musste er jedoch seine Stellplätze stark reduzieren. „Ich kann nur die Hälfte der Gäste aufnehmen, um die Abstände zu vergrößern“, erklärt Steger. Seinen Biergarten mit 100 Plätzen hat der Bommeraner in diesem Jahr gar nicht erst geöffnet.

Angst vor einer Corona-Infektion begleitet Hotelinhaberin in Witten jeden Tag

Auch die Hotels in Witten kämpfen weiterhin mit den Auswirkungen der Pandemie. Denise Sander etwa, Inhaberin des Hotels Georg in Annen, sieht noch kein Licht am Ende des Tunnels. Gäste- und Übernachtungszahlen lägen noch immer „weit unter denen des Vorjahres“, sagt sie. Solange keine Tagungen oder Messen stattfinden und Firmen keine Kollegen aus dem Ausland einladen könnten, bleibt sie pessimistisch: „Es sieht nicht gut aus.“ Die Angst vor einer Corona-Infektion begleite sie und ihre Kollegen jeden Tag.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat das Coronavirus zu erheblichen Einbrüchen im Tourismus geführt. „Erst mussten Hotels, Pensionen, Kneipen und Restaurants über viele Wochen ganz schließen. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Lars Wurche, Gewerkschaftssekretär von Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Südwestfalen. Laut NGG besuchten im ersten Halbjahr 54 Prozent weniger Gäste den EN-Kreis als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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