saalbau-Auftritt

Bremer Philharmoniker bescheren Konzert auf höchstem Niveau

Die Bremer Philharmoniker in Aktion.

Foto: Orchester

Die Bremer Philharmoniker in Aktion. Foto: Orchester

Witten.   Die Bremer Philharmoniker gefielen im Saalbau mit kreativem Spiel. Wuchtige Klänge wechselten mit sinnlichen Tönen und Ausgelassenheit.

Die Erwartung der Zuhörer an den Auftritt der Bremer Philharmoniker am Samstagabend im Saalbau war hoch. Eilte den norddeutschen Musikern doch der Ruf voraus, zu den besten Sinfonie-Orchestern Deutschlands zu gehören. Schon bald stellte sich heraus, dass die Hoffnungen der zahlreichen Musikliebhaber erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen wurden, denn die Damen und Herren Orchestermusiker fielen von Beginn an durch außergewöhnlich klangvolles und gestalterisches Musizieren auf.

Der gesamte Musikvortrag war niemals statisch, sondern Note für Note durchsetzt von Modulationen in Bezug auf Tongebung, Dynamik und Akzentuierung. Unter der Leitung von Markus Poschner wirkte das Orchester wie ein riesiges Instrument, welches den Eingebungen des Dirigenten unmittelbar folgte, aber auch eigene musikalische Ideen ins Spiel brachte.

Dramatisches Leben eines Tyrannen interpretiert

Mit der Ouvertüre „Coriolan“ von Ludwig van Beethoven eröffneten die Bremer Philharmoniker das rein klassische Musikprogramm. Mit wuchtigen Schlägen und immerwährender Unruhe wurde das dramatische Leben und Wirken eines Tyrannen musikalisch beschrieben – bis zu seinem tragischen Ende.

Solist dieses Konzertabends war der dänisch-amerikanische Geiger Stephen Waarts. Der schlanke, hochgewachsene junge Mann gefiel auf Anhieb durch sein bescheidenes Auftreten und seinen leichten Violinton, dem es trotzdem nicht an Substanz fehlte. Seine Interpretation von Mozarts Violinkonzert Nr.4 in D-Dur gelang im typisch schwebend sinnlichen Stil des Wiener Klassikers. Dabei gelang es dem Dirigenten, eine Vermittlerrolle zwischen dem Solisten und dem auf Kammermusikstärke reduzierten Orchester einzunehmen.

Höhepunkt des Abends aber war die Wiedergabe von Beethovens strahlender Sinfonie Nr. 7 in A-Dur. Nach dem mit Hingabe und Schwung gespielten ersten Satz, erklang im Kontrast dazu der berühmte Trauermarsch in ergreifender Schlichtheit. Seine tröstenden Elemente waren durchsetzt von überirdischer Schönheit. Der von überbordender Lebensfreude geprägte Schlusssatz geriet zu einem ausgelassenen Tanz bis hin zu seinem ekstatischen Ende.

Als Zugabe gefiel Schuberts „Rosamunde“. Hier konnte das Orchester erneut seine klangliche Wärme entfalten und die reine Seele des Komponisten im Spiel ausdrücken.

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