Medizin

Wittener Marien-Hospital zeigt Kindern eine Gummibärchen-OP

Unter Anleitung von Volker Sander, dem kommissarischem Chefarzt der Kinderchirurgie, beschäftigt sich Emily (6) spielerisch mit der minimalinvasiven Chirurgie – herausoperiert werden allerdings nur Gummibärchen aus einer Tüte.

Unter Anleitung von Volker Sander, dem kommissarischem Chefarzt der Kinderchirurgie, beschäftigt sich Emily (6) spielerisch mit der minimalinvasiven Chirurgie – herausoperiert werden allerdings nur Gummibärchen aus einer Tüte.

Foto: Bastian Haumann / Funke Foto Services GmbH

Witten.  Besucherandrang in der Kinderklinik des Marien-Hospital Witten. Der Blick hinter die Kulissen lockte 1500 Besucher. Langes Anstehen gehörte dazu.

Überall lange Schlangen – beim Malen, Gipsen, beim Ultraschall oder beim Herzfrequenzmessen. Ist das normal? Nein, das Kindermedizinische Zentrum im Marien-Hospital lud zum Tag der offenen Tür, und viele kamen.

Fast 1500 Besucher nutzten am Samstag die Gelegenheit, sich zu informieren oder an Rundgängen teilzunehmen, die im 15-Minuten-Turnus stattfanden. Besichtigt wurden die Kinderchirurgische Station, die Kinderintensivstation, die Kinderstation und die Kinderambulanz. Mit dabei: Ulf Runge und Töchterchen Talea Sophia (4). „Es ist sehr informativ und hilft, dass die Kleine keine Angst vor dem Krankenhaus hat“, sagte er. „Und es ist schon mal gut zu wissen, worauf man sich vielleicht mal einlassen muss“, ergänzte der 45-Jährige.

Neben Malen und Gipsen gab es noch mehrere andere Mitmach-Stationen für Kinder. Besonders beliebt: die Gummibärchen-Chirurgie. An dieser Station galt es, „mit einem Laparoskop und Gummibärchen das minimalinvasive Operieren zu simulieren“, wie der Mediziner sagen würde. In der Praxis hieß das: Kinder mussten in einer Box mithilfe von zwei Zangen kleine Gummibärchen-Tüten öffnen und den Inhalt in eine Schale schütten. Als Lohn durften die herausoperierten Bärchen verzehrt werden.

Lange Warteschlangen vor den Stationen

„Die Stationen sind gut gemacht, leider sind die Warteschlangen sehr lang“, sagte Jens Hillmann (34), der mit Ehefrau Ina und Tochter Klara vor Ort war. Auch ihre Intention war es, „unserer Tochter die Angst vor dem Krankenhaus zu nehmen.“

Spannend für Kinder war auch, ihr Herz im Ultraschall zu sehen oder zu lernen, wie man den Blutdruck misst. Medizin kam am Samstag gut an – bei Kindern wie Erwachsenen.

Zusammenschluss von Chirurgie und Klinik

Das Kindermedizinische Zentrum hat sich in dieser Form zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Über lange Jahre hatte die Kinder- und Jugendklinik des Marien-Hospitals in Witten bereits mit der Kinderchirurgie des Marien-Hospital Herne zusammengearbeitet – beide gehören der St-Elisabeth-Gruppe an. Die Zusammenarbeit war allerdings zwangsläufig mit Transporten der Patienten von Witten nach Herne und umgekehrt verbunden. Ende Dezember vergangenen Jahres schließlich ist die Herner Kinderchirurgie nach Witten gezogen, um die Kompetenzen besser zu bündeln und Kinder an einem zentralen Ort behandeln zu können.

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