Mord am Hellweg

Bestseller-Autorin Melanie Raabe lässt bald in Witten morden

Saalbau-Chefin Hendrikje Spengler, Autorin Melanie Raabe (Mitte), Festivalleiter Herbert Knorr sowie Julia Pfannkuch von den Stadtwerken (unten) stellten in Haus Witten die ersten Planungen zum Krimifestival „Mord am Hellweg“ 2020 vor. Die Stadtwerke sponsern das Wittener Festival-Programm.

Saalbau-Chefin Hendrikje Spengler, Autorin Melanie Raabe (Mitte), Festivalleiter Herbert Knorr sowie Julia Pfannkuch von den Stadtwerken (unten) stellten in Haus Witten die ersten Planungen zum Krimifestival „Mord am Hellweg“ 2020 vor. Die Stadtwerke sponsern das Wittener Festival-Programm.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Bestseller-Autorin Melanie Raabe wird beim Krimifestival „Mord am Hellweg“ in Witten lesen – und vorher eine Geschichte über die Stadt schreiben.

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Bis zum Festival-Termin ist es zwar noch etwas hin, aber gemordet wird jetzt schon. Krimi-Autorin Melanie Raabe war letzte Woche in der Stadt unterwegs, um den perfekten Schauplatz für ihr Verbrechen zu finden. Denn Melanie Raabe schreibt nicht nur Bestseller, sie schreibt auch einen Witten-Krimi. Der wird dann im Herbst bei „Mord am Hellweg“ präsentiert.

Europas größtes internationales Krimifestival läuft im kommenden Jahr vom 19. September bis 14. November. Die Reihe, die in Unna ihren Ursprung nahm, hat schon viele große Autoren in die Region geholt: Jussi Adler-Olsen ist ebenso gekommen wie Simon Beckett, Donna Leon oder Arne Dahl, der im letzten Jahr sogar in Witten zu Gast war.

2020 wird ein kleines Jubiläum gefeiert: „Mord am Hellweg“ erlebt dann seine 10. Auflage. Geplant sind über 200 Veranstaltungen an mehr als 100 Orten in 23 Städten rund um die Hellweg-Region. Witten wird 2020 zum dritten Mal dabei sein – mit Lesungen in der Bibliothek, Haus Witten und im Saalbau.

Westfälisches Landestheater gastiert mit „Marlow“

Mit drei bis fünf offiziellen Festival-Terminen rechnet Saalbau-Chefin Hendrikje Spengler für Witten, Festival-Leiter Herbert Knorr versichert hingegen, es könnten auch ein oder zwei mehr sein. Dazu kommt dann das begleitende Programm, das die Stadt selbst organisiert. So soll etwa das Westfälische Landestheater möglichst während des Festivals mit dem Krimi „Marlow“ in Witten gastieren. Und Spengler hofft, dass Marlow-Autor Volker Kutscher dann auch auf einen Abstecher in Witten vorbei kommt.

Gesetzt ist bereits die Lesung in Haus Witten mit Melanie Raabe, die im nächsten Jahr quasi Wittens „Stadtschreiberin“ ist. Denn für jede Stadt wird von den teilnehmenden Autoren eine neue Kurzgeschichte geschrieben, die dann zum Festival in einer Krimisammlung erscheint. Raabe wurde Witten zugeteilt – und sie versichert, dass sie sich sehr darüber gefreut hat. „Ich fand es cool – ich habe ja in Bochum studiert und kannte die Stadt ein bisschen“, versichert die 38-Jährige, die mit ihren Thrillern „Die Falle“, „Die Wahrheit“ und „Der Schatten“ drei Bestseller gelandet hat.

Blutrünstig geht es in denen eigentlich nicht zu. „Bei mir gibt es nicht einmal immer einen Mord“, sagt Raabe. Ihr gehe es nicht um die Tätersuche, sondern viel mehr um die Figuren, und um die Geheimnisse um sie herum. Dennoch: In Witten wird gemordet – das ist eine Bedingung für die Kurzgeschichten, die in der Festival-Sammlung erscheinen werden. Um möglichst gruselige Orte zu finden, hat Raabe daher vor ihrem Besuch in der Stadt schon über Twitter ihre Leser gefragt. „Und ich bin total überrannt worden mit Vorschlägen“ – die Satanisten seien dabei oft erwähnt worden.

Um sich ein eigenes Bild zu machen, ist Raabe dann schließlich letzte Woche ganz früh aus Köln angereist und kreuz und quer durch die Stadt gelaufen. „Auch durch den Stadtpark. Da fuhr dann eine Bahn vorbei – und da kam mir die Idee, wo und wie in Witten getötet werden wird.“

Eine gute Woche wird sich die Autorin für die Geschichte Zeit nehmen. Denn eine Kurzgeschichte zu schreiben, sei „sehr anspruchsvoll“: „Die muss ja packend sein auf kleinstem Raum.“ Außerdem sei das eigentlich nicht ihr Metier. „Ich habe erst eine Kurzgeschichte geschrieben.“ Das ist allerdings tiefgestapelt: Denn mit „Die Zahnfee“ hat sie dafür allerdings gleich den Deutschen-Kurzkrimi-Preis gewonnen...

Bis die Krimifreunde erfahren, wie Melanie Raabe in Witten morden lässt, dauert es noch bis Anfang September. Aber ihre Fans können sich freuen: Schon am 27. Dezember erscheint ihr neues Buch „Die Wälder“.

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