Gott & die Welt

Besinnliches: Warum sich ein Krankenschein auch lohnen kann

Rüdiger Jope ist Chefredakteur des Männermagazins Movo vom Wittener SCM Bundes-Verlag.

Rüdiger Jope ist Chefredakteur des Männermagazins Movo vom Wittener SCM Bundes-Verlag.

Foto: Thomas Nitsche / FUNKE Foto Services

Witten.  Rüdiger Jope schreibt in „Gott & die Welt“ Besinnliches zum Sonntag. Heute geht es um ein krankes Kind – und warum das bereichernd sein kann.

Montag 6.40 Uhr. An meinem Arbeitsplatz klingelt das Telefon. „Joshua ist krank“ sagt meine Frau. „39,5° Fieber.“ Sie bleibt Zuhause. Ich biete ihr an, den Dienstag zu übernehmen. Korrekturabzüge, ein fertig zu schreibender Artikel, ein zu lesendes Buchkapitel wandern fürs Homeoffice in den Rucksack.

Dienstagmorgen schreibt der Doktor den kleinen Patienten für zwei Tage krank

Dienstagmorgen schreibt der Doktor den kleinen Patienten für zwei Tage krank. Er fragt mich, ob ich einen Kinderkrankenschein benötige. Spontan verneine ich. Artikel, Korrekturen, Telefonat warten im Keller auf mich. Doch warum eigentlich nicht ganz da sein? Plötzlich höre ich mich sagen: Ja! Mit geschälten Apfel und Apfelsinenstücken pflanzen wir uns vor die Festplatte und schauen uns eine Reportage über afrikanische Wildhunde an. Wir üben Schleifen zu binden. Ich lasse mir am Klavier den Hundewalzer vorspielen. Beim Tierquiz werde ich gnadenlos abgezockt… Nach dem Abendabschluss mittwochs strahlt mich mein Sohn an. Er seufzt: Schade Papa, dass ich morgen wieder gesund bin!

Der Krankenschein hat sich nicht nur für mich gelohnt

Freitag 12:43 Uhr. Zum Feierabend habe ich mehr erledigt, als mir meine To-Do-Liste für die Woche vorgegeben hat. Der Kinderkrankenschein hat sich für mich, meinen Sohn, meine Frau und meinen Arbeitgeber mehr als gelohnt. Wie heißt es doch beim Prediger Salomo 3,1: „Alles hat seine Zeit!“
Rüdiger Jope ist Chefredakteur des Männermagazins Movo.

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