Beim Krimi-Dinner fallen im Alten Fritz in Witten Schüsse

Patrick Johal (35) alias Thomas Daniel richtet seine Pistole auf Isabel Strumberg (40) alias Kellnerin Gabriela.

Patrick Johal (35) alias Thomas Daniel richtet seine Pistole auf Isabel Strumberg (40) alias Kellnerin Gabriela.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Witten.  Die Kneipe Zum Alten Fritz stand kurz vor dem Aus. Das Krimi-Dinner des „Theater Intern“ sollte neues Leben und Gäste in das Lokal bringen.

Immer mehr Geheimnisse kommen beim Essen im Kerzenschein ans Licht. „Er hat Dreck am Stecken”, beschuldigt die von Erfolg besessene Jutta einen ihrer Schauspiel-Kollegen. Denn sie weiß: Thomas hat früher Drogen geschmuggelt. Der weist die Anschuldigung von sich.

Beim ersten Krimi-Dinner im Alten Fritz – aufgeführt von der Schauspieltruppe „Theater Intern“ – stand der Mord an einer indischen Küchenhilfe im Mittelpunkt. Die anwesenden Gäste hatten während der Aufführung zwei Stunden Zeit zu erraten, wer den Mann erschossen hatte. Dabei schlüpften die Dinner-Gäste in die Rolle von Zuschauern, die bei der Generalprobe eines neuen Krimitheaters zusahen.

Bei der Generalprobe läuft alles schief

Die Tür der Kneipe knallt auf, ein kurzer Schreck in der Runde: Die Aufführung beginnt. Herein kommt Patrick Johal in seiner Rolle als weltberühmter Schauspieler Thomas Daniel. Er hält der Kellnerin eine Schusswaffe an den Kopf.

„Stoooopp!“, ruft „Regisseur“ Wotan aus dem Publikum.

Während der Generalprobe für sein Krimitheater läuft alles schief. Dann wird auch noch ein Küchenjunge ermordet. Damit die Presse nichts von dem Toten erfährt, beschließt die Gruppe, ihn in einer Gefriertruhe zu verwahren und weiterzuspielen, bis klar ist, wer von ihnen gemordet hat.

Alter Fritz stand kurz vor der Schließung

Noch Anfang des Jahres stand der Fortbestand des Alten Fritz auf der Kippe. Im Mai dann die erlösende Nachricht: Dank Spenden und einem Entgegenkommen des Vermieters kann die Gaststätte weitermachen. Seitdem probten die Schauspieler des „Theater Intern“ für ihr Krimi-Dinner mit dem Titel „Küsse, Schüsse, Kalte Füße“.

Die Theateraufführung sollte viele Besucher in die Kneipe an der Augustastraße locken. Das Team der Wabe hatte sich dafür mächtig ins Zeug gelegt: Die Tische waren mit Kerzen und Rosen bestückt. Die Kellnerin servierte – passend zum Thema des Abends – blutrote Granatapfelschorle zum syrischen Vier-Gänge-Menü.

Zweites Krimi-Dinner im Herbst

Doch der erwartete Zulauf blieb aus. Die sieben anwesenden Gäste waren allerdings begeistert. Als das Rätsel um den Mord gelöst und der Täter enttarnt war, ernteten die sechs Schauspieler lautstarken Applaus. „Ich bin zufrieden. Unsere Schauspieltruppe kann aber mehr”, sagt Projektleiter Sven Möller. Das Krimi-Dinner hat die Truppe aus Leidenschaft fürs Schauspiel organisiert. Verdient haben sie daran kaum. Im Herbst plant das „Theater Intern“ ein zweites Krimi-Dinner im Alten Fritz – und hofft auf größeren Andrang.

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