Einzelhandel

Auswärtige Einzelhändler gehen in Witten auf Kundenfang

Schnuffelhasen gibt’s bei „Schneewittchen“: Nach drei Jahren in Herne ist Patricia Kopitz mit ihrem Geschäft an die Ruhrstraße umgezogen. Foto:Jürgen Theobald

Schnuffelhasen gibt’s bei „Schneewittchen“: Nach drei Jahren in Herne ist Patricia Kopitz mit ihrem Geschäft an die Ruhrstraße umgezogen. Foto:Jürgen Theobald

Witten.   Mehrere Läden haben in der Innenstadt eröffnet, etwa eine Eisdiele und ein Sportstudio. Ein Kinderladen und der Tattooshop zogen um aus Herne.

Wittens Handel ist mal wieder im Wandel. Diesmal aber kann man einige erfreuliche Neueröffnungen vermelden: Denn es haben sich Geschäfte niedergelassen, die hier eine bessere Kundschaft als andernorts vermuten. Diese sei auch bereit, für Qualität zu zahlen. Ein Überblick.

Schneewittchen

Patricia Kopitz etwa hat ihr Kinderbekleidungsgeschäft in Herne nach drei Jahren geschlossen, um an der Ruhrstraße mit „Schneewittchen“ neu anzufangen. Betritt man den hübsch dekorierten Laden, fühlt man sich gleich in einer anderen Welt: mit Holzregalen voller Wäsche, Rüschenkleidchen, Kindergeschirr von Villeroy & Boch. Im Hintergrund läuft ein Hörspiel, „Cinderella“, – auch das gehört zum Konzept. Die 39-Jährige setzt auf Babykleidung, Schnuffeltücher oder Greiflinge, Geschenke zur Geburt oder zur Taufe.

Die Ruhrstraße wählte Patricia Kopitz bewusst: „Ich habe gehört, dass man hier ein anderes Klientel findet als in der Bahnhofstraße. Die Straße hat einen guten Ruf.“ Auch Veranstaltungen wie die Tafelmusik oder die Kirmes hätten sie überzeugt. Ihre erste Bilanz: „Es ist in der Ferienzeit natürlich sehr ruhig. Aber alle, die reinkommen, sind begeistert.“

Sam’s Tattoo & Piercing

Auch Marion Geffert setzt auf Witten – sie hat ihre Geschäfte in Herne („Herne stirbt“) und ein kleineres an der Wittener Augustastraße geschlossen und sich an der Ruhrstraße größer gesetzt. Drei Tätowierer beschäftigt sie dort, sie selbst pierct. „Wir finden in Witten eine Kundschaft, die die Qualität und Kreativität der Tätowierer auch zu schätzen weiß“, sagt Marion Geffert. „Es geht nicht darum, so billig wie möglich zu sein und das x-te Unendlichkeitszeichen zu stechen.“ Ist sie selbst tätowiert? Da lacht die Ladeninhaberin: „Je älter ich werde, umso mehr gefallen mir Tattoos.“

Terra sports

Zur Mittagszeit ist das Sportstudio an der Heilenstraße leer – dabei setzt die Fitness-Kette unter anderem auf Berufstätige in Zeitnot, die in der Mittagspause in 20 Minuten ihren Körper formen möchten. Azubi Amy Aggreh und Sportkaufmann Vincent Ebert bieten den neuen Trend „EMS-Training“ an.

Dabei jagt ein Gerät Strom durch den Körper, so dass sich die Muskulatur zusammenzieht. Trainierende müssen dagegen halten und gleichzeitig Übungen absolvieren, so sollen Muskeln aufgebaut und das Abnehmen beschleunigt werden. Ein großer Effekt bei wenig Zeitaufwand. Nicht nur in Witten boomen Anbieter für das Elektrostimulationstraining. Neben „terra sports“ haben in der Ruhrstadt die Konkurrenten „Bodystreet“ und „be body“ eröffnet. „Bislang läuft es eher schleppend an“, gibt Vincent Ebert zu. Er glaubt aber, dass die persönliche Betreuung angenommen werde.

I am love

Eisdielen gibt es rund um den Berliner Platz wahrlich genug. Trotzdem hat vor gut einer Woche das Bochumer Unternehmen „I am love“ einen Straßenverkauf hier eröffnet. Zurzeit bedienen dort die beiden Medizinstudentinnen Hanna Heckmann und Natalie Helpertz neugierige Leckermäuler. Eine Kugel Eis kostet bei ihnen zwischen 1 und 1,60 Euro – mehr, als bei der Konkurrenz.

„Es ist ein komplett selbst produziertes Eis, nur aus natürlichen Zutaten, teils vegan“, sagt Hanna. Zudem gebe es ausgefallene Sorten, die wöchentlich wechseln. Schleckermäuler stehen denn auch etwas verunsichert vor Sorten wie „Lakritz-Cranberry“, „Lavendel“ oder „Einhorn“. So ein leckeres Schokosorbet allerdings überzeugt schon, Verkaufsschlager sei „Karamell-Salz“. „I am love“ hat in dem einstigen Ladenlokal der „Genussgalerie Hafer“ eröffnet, die sich nebenan deutlich vergrößert hat. Eine Bestuhlung auf dem Berliner Platz sei geplant.

>> Leerstände in der Stadtgalerie

Mehrere Leerstände ziehen sich aktuell durch alle drei Etagen die Stadtgalerie. Verwaist sind zum Beispiel der 500 qm große Laden von „Jack&Jones“ und „Vero Moda“, der Modeladen „Apanage“, das Schuhgeschäft „Tamaris“ oder das Café „Oscar’s“ im Obergeschoss.

Laut Center-Manager Frederik Westhoff ist ein neuer Mieter aus dem Fashionbereich für „Jack&Jones“ gefunden, er werde Ende der Woche verkündet.

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