Ausstellung gegen das Vergessen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wer derzeit an der Ecke Widey-/Hauptstraße vorbeikommt, dem fallen vielleicht einige großformatige Schwarz-Weiß-Porträts auf, die im verglasten Vhs-Kiosk hängen. Die historischen Aufnahmen zeigen unter anderem Rebecca Hanf, Christian Bliemetsrieder oder Friedrich Wilhelm Espenhahn, aber auch weitere Wittener, die Opfer des Nazi-Terrors wurden. Ihre Gesichter sind Teil der Wanderausstellung zu den Stolpersteinen, die bisher in Witten verlegt wurden.

Die gestern eröffnete Schau besteht aus 16 großen Tafeln. Außer den Porträts sind darauf auch einige der für diese Nazi-Opfer gelegten Stolpersteine abgebildet, wie etwa für die Familie Hanf oder für Adolf Fuchs. Außerdem kann man auf den Tafeln den Leidensweg jener Menschen nachlesen.

Insgesamt 3300 Euro kostete es, die Fotos und Texte zu einer Wanderausstellung zusammenzustellen. Davon kamen 2000 Euro aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern, Kompetenz stärken“. Den Rest trug der „Arbeitskreis Stolpersteine“, der die Ausstellung konzipiert hat und auch weiter betreuen wird. Zum Arbeitskreis gehören der Lions Club Rebecca Hanf, das Friedensforum, der Bürgerkreis und Heimatverein Herbede, die Gruppe „Rosa Strippe“ und die Franziskusgemeinde.

„Die Verlegung der Stolpersteine ist gut. Aber das Thema sollte auch nachhaltig aufgearbeitet werden. Deshalb haben wir uns entschlossen, daraus eine Wanderausstellung zu machen“, sagte Christel Humme vom Lions Club Rebecca Hanf bei der Ausstellungseröffnung im Vhs-Kiosk. Dort werden die nachts erleuchteten Tafeln bis zum 19. Januar zu sehen sein. Bis zum 26. Januar werden sie dann in der Hardenstein-Gesamtschule ausgestellt. Dort wird Gunter Demnig, der die Stolpersteine europaweit verlegt, am 20. Januar einen Vortrag über seine Arbeit halten und mit den Teilnehmern der Veranstaltung diskutieren. Ab dem 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, kann man die Tafeln dann in der Erlöserkirche in Annen sehen.

Die Ausstellung soll noch wachsen, auch in Verbindung mit der Verlegung weiterer Stolpersteine in Witten. Die nächste Verlegung dieser Gedenksteine mit der schimmernden Messingoberfläche wird am 2. März ab zehn Uhr in Herbede stattfinden. Dort werden insgesamt 13 Stolpersteine in der Kirchstraße und der Straße „Am Berge“ verlegt. Im November ist eine weitere Verlegung in Stockum, Annen und Rüdinghausen sowie in der Wittener Innenstadt geplant.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben