Drei Könige

Ausgrabungen in Witten: Die Hälfte ist geschafft

Gewaltig wirken die Überreste der alten Eisenhütten auf dem Gelände „Drei Könige“. Viele alte Mauern sind inzwischen aber wieder eingebrochen. Sie bleiben nur auf Fotos und virtuell der Nachwelt erhalten.

Foto: Jürgen Theobald

Gewaltig wirken die Überreste der alten Eisenhütten auf dem Gelände „Drei Könige“. Viele alte Mauern sind inzwischen aber wieder eingebrochen. Sie bleiben nur auf Fotos und virtuell der Nachwelt erhalten. Foto: Jürgen Theobald

witten.   Bis September sollen Ausgrabungen und Verfüllungen auf Drei Könige abgeschlossen sein. Aber wie die alten Eisenhütten vor Ort sichtbar machen?

Bis September sollen die Ausgrabungen und Verfüllungen auf dem künftigen Gewerbegebiet „Drei Könige“ abgeschlossen sein. Der Fund von zwei bedeuten Eisenhütten aus dem 19. Jahrhundert hatte die Landesarchäologen gleich in Scharen nach Witten gelockt – und den Zeit- und Kostenplan der Stadt für die Erschließung der wichtigen Fläche durcheinandergewirbelt.

Nun, was das für alle Seiten völlig überraschend gekommene Ausgrabungsprojekt angeht, liege man aber „sehr gut im Zeit- und Kostenrahmen“, so Gerald Klawe von der Stadt im jüngsten Fachausschuss.. Stadtbaurat Stefan Rommelfanger, schob an dieser Stelle ein: „Im Rahmen der Mehrkosten.“ Die belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Rommelfanger ist aber optimistisch, fast eine Million Euro durch das Land gefördert zu bekommen.

18 Archäologen und zwei Fachfirmen beteiligt

50 Prozent des Bodens seien bis in acht Meter Tiefe aufbereitet und verfüllt, sagte Klawe. 18 Archäologen und zwei Fachfirmen hätten „etliche Bereiche“ ausgegraben und teilweise bereits wieder geschlossen, etwa drei gelb markierte Flächen im Süden, die zum Bessemer Stahlwerk gehörten. 15 000 m² werden durchleuchtet, 7500 m² sind inzwischen geschafft.

Nun stellt sich die Frage, wie dieser Fund von europa-, wenn nicht weltweiter Bedeutung für die Nachwelt dokumentiert werden soll. Es wird eine 3-D-Animiation geben, einen virtuellen Rundgang durch die ausgegrabene Bessemer und Steinhäuser Hütte, auch wen diese schon längst wieder eingebrochen sind.

„Das Mindeste ist ein Schild, möglicherweise wird es aber auch ein Sichtfenster im Boden geben“, sagt der Baudezernent. Auch diese geschichtliche Dokumentation sei förderfähig. Oliver Kalusch von den Linken fragte, ob denn auch die Öffentlichkeit diese Computeranimation wird nutzen können. All das müssten die Fachleute des Landschaftsverbandes entscheiden, sagte Rommelfanger.

„Info-Punkt für die Nachwelt entwickeln“

Eine Art „Info-Point“ benötige nur einen Bruchteil von vielleicht 1000 m² der insgesamt 40 000 m² großen Gewerbefläche, die insgesamt zur Hälfte aufbereitet sei. Man wolle einen „Info-Punkt entwickeln, der interessant ist für die Nachwelt“, so der Beigeordnete. Er betonte aber: „Es geht nicht darum, einen größeren Teil unter Denkmalschutz zu stellen.“ Hier sollen sich wie geplant Firmen ansiedeln.

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