Aus 23 wurden 15, doch das Signal bleibt eindeutig: „Witten hat keinen Platz für Rassismus” verkünden inzwischen die ersten Schilder an den großen Ortseingangsstraßen.

Die Idee hatte Thomas Kampmann (53) aus Herbede schon vor über zwei Jahren nach einem Bericht bei „Maischberger”. Kampmann: „Ich dachte, das ist genau das Richtige für uns.” Der Plan, die Schilder direkt unter den Ortseingangsschildern („Witten”) zu platzieren, ging aber nicht auf. „Diese Verkehrsschilder dürfen nur einzeln stehen”, erfuhr Kampmann.

Er musste auch lernen, dass eine gute Idee noch längst nicht den Gang der Dinge zwangsläufig beschleunigt. Ordnungsamt, Tiefbauamt, Betriebsamt und natürlich auch die Politik wollten beteiligt werden. Der Verkehrsausschuss, in dem die SPD Anfang 2008 einen entsprechenden Antrag einbrachte, fühlte sich laut Kampmann nicht zuständig und gab die Sache an den Haupt- und Finanzausschuss. Im März 2009 folgte dann endlich der Durchbruch, was sich die Genossen auf die Fahnen schreiben: „Nach einem schwierigen politischen Beratungsprozess konnte die SPD den Antrag im Haupt- und Finanzausschuss durchsetzen”, heißt es in einer Mitteilung.

Eine Lösung fand sich auch für die genaue Platzierung der Schilder. An den ersten sechs Standorten, wo sie nun seit wenigen Tagen hängen, wurden sie vom Betriebsamt unter den Schildern mit Wittens Partnerstädten montiert: auf der Wittener Straße in Herbede, der Universitätsstraße in Heven, der Hörder Straße in Stockum, der Ardeystraße, der Elberfelder Straße in Bommern und der Kreisstraße in Rüdinghausen. Weil nicht klar ist, wie viele Partnerschaftsschilder es insgesamt gibt, können weitere Antirassismusschilder stellenweise auch einzeln platziert werden.

Man will es nun bei insgesamt 15 (statt 23) belassen, weil für mehr einfach kein Platz ist. Was reichte, war das Geld. Es wurden Spenden gesammelt, unter anderem in der SPD. Es blieb sogar noch etwas übrig. Diesen Betrag stellte Thomas Kampmann der Kinderhospizhilfe zur Verfügung.