Stadtteilprofil

Annen bietet geballte Vielfalt

Das Frühlingsvolksfest in der Annenstraße bringt regelmäßig viele Menschen auf die Beine.

Foto: Olaf Ziegler

Das Frühlingsvolksfest in der Annenstraße bringt regelmäßig viele Menschen auf die Beine. Foto: Olaf Ziegler

Witten.   Jeder fünfte Wittener lebt im Stadtteil mit der zweitgrößten Fläche. Die Bewohner sind relativ jung. Es gibt hier mehr Haushalte mit Kindern.

Annen hat fast alles: schöne Wohnlagen und Schmuddelecken; ein Schwimmbad drinnen und eins draußen; einen Industrie- und Technologiepark (Stockumer Straße) und eine Universität, die weiter wachsen will. Es hat Wittens zweitgrößtes Versorgungszentrum, geballte Dienstleistung mit dem Technischen Rathaus, dem Jobcenter und der VHS an der Annenstraße.

Mit der Holzkamp-Gesamtschule hat es Wittens größte Schule mit 1200 Schülern. Annen hat sogar ein Kloster, leicht versteckt, auf der Klippe. Und was viele nicht wissen: Annen liegt – zwischen Kohlensiepen und Tierheim nämlich – sogar an der Ruhr. Witten-Annen – das ist Vielfalt pur.

Fläche & Bevölkerung

18 482 Menschen wohnen in dem Stadtteil – und damit ist fast jeder fünfte Wittener ein Annener (18,7 Prozent). Nur in Mitte (34 226) leben mehr. Annen ist nicht klein bemessen – flächenmäßig liegt es mit zwölf Quadratkilometern noch knapp vor Mitte (11,4 qkm) und damit auf Rang zwei hinter dem „Großreich“ Herbede, das mit 24 Quadratkilometern doppelt so groß ist und ein Drittel der Wittener Gesamtfläche für sich beansprucht.

Unterm Strich leben die vielen Annener deshalb auch nicht ganz so dicht aufeinander: Mit 1522 Menschen pro Quadratkilometer liegen sie bei der Bevölkerungsdichte hinter Mitte (2999) und Heven (1951) auf Platz drei.

Statistisch oft im Mittelfeld

Rein statistisch betrachtet bietet Annen erst mal wenige Ausreißer. Man kann es fast als „Reich der Mitte“ bezeichnen. 18,7 Prozent der Wittener leben in Annen – und genauso 18,7 Prozent der Deutschen, 18,3 Prozent der Ausländer der gesamten Stadt und – nur minimal darüber – 19,4 Prozent aller Wittener Arbeitslosen.

Wald statt Wiesen

Der Flächenanteil Annens (16,7 Prozent) liegt nicht weit unter dem Einwohneranteil (18,7 Prozent). Aber Annen ist tendenziell höher versiegelt als der Rest der Ruhrstadt. Das deutliche Minus bei der Landwirtschaft von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Wittener Mittelwert (31 Prozent) gleicht sich durch ein Plus von fünf Punkten beim Wald (Borbach, Wartenberg, Gedern) aus.

Annen hat aber auch einen höheren Anteil an Straßen und bebauter Fläche. Damit ist es statistisch eher kein grüner Stadtteil – trotz Rheinischem Esel und Park der Generationen. Umso schöner, dass es diese Oasen gibt.

Relativ jung geblieben

Mit einem Durchschnittsalter von 44,7 Jahren ist Annen einer der jüngeren Stadtteile. Genau genommen der zweitjüngste. Nur die Mitte-Bürger sind jünger (43,7). Der Otto-Normal-Wittener bringt es auf 45,3 Lenze. Annen hat bei den 16- bis 18-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren etwas stärker zugelegt als andere.

Die Zehn- bis 16-Jährigen sind – Stand Ende 2016 – leicht überrepräsentiert, die über 65-Jährigen einen Tick unterrepräsentiert. Aber im großen Ganzen entsprechen die Altersgruppen der Gesamtverteilung.

Bauen & Wohnen

In Annen wurde seit 2006 ordentlich gebaut. Jetzt wurden 3095 Wohngebäude gezählt, nach damals 3001. Der Wohnungsbestand stieg von 9368 auf 9548 – 180 Einheiten mehr. Die Wohnfläche je Einwohner stieg von 37,60 auf 39,40 Quadratmeter. Doch der Rest der Stadt legte stärker zu – um zwei auf 40,9 Quadratmeter.

Die Wohnhäuser verteilen sich auf 41 Prozent Einfamilienhäuser, 22 Prozent Zweifamilienhäuser, 37 Prozent Mehrfamilienhäuser – sehr nah am Wittener Mittelwert.

Singles und Familien

3882 der 9104 Haushalte und damit 42,6 Prozent sind Ein-Personen-Haushalte. Das ist wenig oder viel, wie man’s nimmt. Es liegt 2,3 Punkte unter dem städtischen Mittelwert (44,96 Prozent), aber es ist auch Platz zwei hinter dem Stadtteil Mitte, der mit 53 Prozent Single-Haushalten einsame Spitze ist.

Etwas vorne, vergleichsweise, liegt Annen bei den Haushalten mit Kindern. Wieder hält sich der Ausreißer in Grenzen: 18 Prozent aller Wittener Haushalte sind in Annen verortet und 19,4 Prozent aller Haushalte mit Kindern.

>> Annen-Statistik in Kürze

Einwohner. Annen hatte 2006 18 874 Einwohner. Ende 2016 waren es noch 18 482. Nach einem Abwärtstrend und Schwankungen stieg die Zahl vor allem 2015 an – sie lag immer über der Gesamtentwicklung Wittens.

Geburten. 149 Kinder wurden 2016 von Annener Müttern geboren – gegenüber den 152 Geburten von 2006 ein Rückgang von zwei Prozent. In ganz Witten stieg die Zahl um 11,6 Prozent. Außerdem führten 238 Todesfälle 2016 (2006: 178) auch im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Sterbeüberschuss.

Wanderungsbilanz. 1058 Zuzügen 2016 standen 783 Wegzüge entgegen. Das machte den Sterbeüberschuss mehr als wett und gab den Ausschlag für das weitere Wachstum 2016.

Ausländer. 2006 waren im Stadtteil 1496 Menschen mit nichtdeutscher (erster) Staatsangehörigkeit gemeldet. 2016 waren es 2053. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung stiegt von 7,9 auf 11,1 Prozent. Annen lag im Gesamttrend. In Witten stieg die Quote von 8,2 auf 11,3 Prozent.

Arbeitslose. Zur erwerbsfähigen Bevölkerung zählten 2016 12 160 Annener, davon 5978 Frauen und 6182 Männer (15 bis unter 65 Jahre). 6562 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte wohnten in Annen. Arbeitslos gemeldet waren im Dezember 781 Annener – 6,4 Prozent. In Witten insgesamt lag die Quote bei 6,2 Prozent.

Soziale Stadt. Im Zuge des Großprojekts „Soziale Stadt Annen – Annen gestalten“ wurden von 2005 bis 2014 5,1 Millionen Euro in die Entwicklung des Stadtteils investiert, davon 3,5 Millionen Städtebauförderung. Außerdem flossen 300 000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds für soziale Projekte im Rahmen des Förderprogramms „Stärken vor Ort“.

Motorisierung. 12 457 Fahrzeuge sind in Annen zugelassen – 11,7 Prozent mehr als 2008 (11 150). Gemessen am Bevölkerungsanteil (18,7 Prozent) ist der Stadtteil übermotorisiert. In Annen sind 20,2 Prozent aller Fahrzeuge gemeldet. 9513 private Pkw der Annener sind 19,1 Prozent in Witten. 942 gewerbliche Pkw sind fast ein Drittel (32,1 Prozent) der gewerblichen Flotte in Witten.

Quelle. Die ausgewerteten Daten hat die Koordinierungsstelle Stadtentwicklung, Statistik und städtische Wirtschaftsförderung der Stadt Witten zusammengestellt. Stichtag ist in der Regel der 31. 12. 2016. Die vollständigen Stadtteilprofile sind auf der Webseite witten.de veröffentlicht. Man findet sie über die Schaltflächen „Rathaus & Service“, „Verwaltung“ und „Statistik aktuell“.

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