Corona

Angst vor Lockdown? Hamsterkäufe auch in Witten

Hamsterkäufe auch in Witten: Eine Frau schleppt am Samstag (17.10.) in der City Riesenpackungen Toilettenpapier nach Hause.

Hamsterkäufe auch in Witten: Eine Frau schleppt am Samstag (17.10.) in der City Riesenpackungen Toilettenpapier nach Hause.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Auch in Witten beginnen die Ersten wieder, Klopapier zu horten. Ist die Angst vor einem Lockdown berechtigt, obwohl der Wert noch unter 30 liegt?

Fast alle Städte im Ruhrgebiet haben den Inzidenzwert von 50 überschritten und gelten als Hotspots. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis ist es vermutlich bald soweit. Aktuell liegt der Wert bei 48,44. Entwickeln sich die Zahlen weiter so wie in den vergangenen Tagen, dann wird am Montag (19.10.) die kritische Marke von 50 erreicht. In Witten allerdings ist der Wert am Sonntag (18.10.) sogar gesunken: von 32,41 auf 27,34.

Trotzdem fällt am Samstag beim Gang durch die City eines auf: Auch die Wittener beginnen offenbar wieder, Toilettenpapier zu horten. Viele Menschen tragen beim Wochenendeinkauf Großpackungen nach Hause – aus Angst vor einem erneuten Lockdown?

In Witten liegt der Inzidenzwert noch unter 30

Tatsächlich spitzt sich die Lage weiter zu. Denn auch wenn in Witten der Inzidenzwert noch unter 30 liegt, greifen längst die Regeln für Städte mit einem Wert von über 35. „Wir gelten als ein Kreis. Das ist vom Land so geregelt“, sagt EN-Sprecherin Kira Scheven. Erst wenn der Inzidenzwert in Witten den des Kreises im kritischen Bereich stark übersteigt, muss die Stadt eigene Regeln zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionen aufstellen, so Wittens Sprecher Jörg Schäfer.

Bereits am vergangenen Donnerstag (15.10.) hatte der Kreis eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Landesregierung hatte einen Tag später die Regeln für NRW verschärft. In öffentlichen Außenbereichen, in denen der Mindestabstand regelmäßig unterschritten wird, wie zum Beispiel in stark besuchten Fußgängerzonen, muss demnach eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Kreis und Kommune entscheiden über Maskenpflicht auf Bahnhofstraße

Gilt also schon die Maskenpflicht auf der Bahnhofstraße? Welche Bereiche im Ennepe-Ruhr-Kreis dazu zählen, sei noch nicht festgelegt, teilt Sprecherin Franziska Horsch mit. Der Krisenstab des Kreises werde sich dazu mit den kreisangehörigen Städten abstimmen und die Bereiche dann in seine Allgemeinverfügung aufnehmen.

Jedoch müssen Zuschauer bei Sportveranstaltungen nun im Innen- und Außenbereich Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Bei Veranstaltungen, Konzerten, Aufführungen oder Versammlungen in geschlossenen Räumen gilt eine Maskenpflicht auch am Sitz- oder Stehplatz. Ab Montag (19.10.) gilt außerdem: Private Feste außerhalb privater Räumlichkeiten sind nur noch mit höchstens 25 Teilnehmern und nur bei herausragenden Ereignissen erlaubt.

https://www.waz.de/nachrichten-aus-witten-so-abonnieren-sie-den-waz-newsletter-id230085150.html Steigt der Inzidenzwert im Ennepe-Ruhr-Kreis mit Wochenbeginn tatsächlich über 50, dann muss der Kreis erneut die Regeln verschärfen. Liegt Witten dann weiterhin unter 35, könne geprüft werden, ob die Ruhrstadt eventuell von den Einschränkungen ausgenommen werden kann, so der Kreis. Darüber entscheide der Krisenstab. Zu rechnen sei damit aber eher nicht.

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