Foto-Rätsel

An der Reichwein-Realschule hielten alle zusammen

Nach dem Auszug der Reichweinschule 2006 stand das Schulgebäude bis zum Abriss 2013 leer, war verrammelt und bot einen traurigen Anblick. 2011 setzten Unbekannte die Turnhalle in Brand. Dieses Foto ist von 2013. Foto:Hans Blossey

Nach dem Auszug der Reichweinschule 2006 stand das Schulgebäude bis zum Abriss 2013 leer, war verrammelt und bot einen traurigen Anblick. 2011 setzten Unbekannte die Turnhalle in Brand. Dieses Foto ist von 2013. Foto:Hans Blossey

An die Reichwein-Realschule denken Ehemalige gerne zurück. Das Gebäude war zugig und es roch nach Chemie. Aber alle hielten zusammen.

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Den früheren Standort der Adolf-Reichwein-Realschule an der Westfalenstraße/Ecke Am Stadion haben viele Leserinnen und Leser wiedererkannt. Für viele Wittener galt sie als „Annener“ Realschule, obwohl dieser Standort noch zum Bezirk Mitte gehörte. Die Redaktion bekam 17 Zuschriften. Auch Schüler, Eltern und ein Lehrer denken gerne an diese Schule zurück. Auszüge.

Alle Ihre Hinweise sprechen dafür, dass Sie nach der Adolf-Reichwein-Realschule suchen. Meines Wissens ist dort jetzt der Reifenhändler Kessler ansässig, der dort in der Tat sehr viel „schraubt“. Manfred Schwandt

Es war die Adolf-Reichwein-Realschule! Unsere beiden Kinder haben sie besucht und geliebt! Michael Röder

Die Schule galt nach Untersuchungen als asbestbelasteter Problembau und wurde wegen zu hoher Renovierungskosten abgerissen. Auf diesem Gelände befinden sich nun die Hallen der Firma Reifen Kessler. Guido Henze

Es ist die Adolf-Reichwein-Realschule, die zum Sonnenschein verlegt wurde. Reichwein war ein Pädagoge und im antifaschistischen Widerstrand gegen Hitler. Geboren wurde er am 3. Oktober 1898, gestorben ist er im Oktober 1944 in Plötzensee. Ihn überlebten seine Ehefrau und vier Kinder. Doris Schade

1969 ging ich nach der Grundschule auf das „Original“ der Adolf-Reichwein-Realschule, Am Stadion, bis zur 10. Klasse, 1975. Soweit erinnerlich waren wir ab der 8. Klasse fünfzügig, also 8e mit 21 Jungens und vier Mädchen zuletzt. Es waren die Siebziger, die Lehrer hatten schon ihre Probleme. Geraucht wurde auf dem Weg zur Turnhalle, rückseitig also nicht einsehbar gelegen. Jeder wusste das, und so manchen Blödsinn, den wir verzapft haben, kann sich heute ein Schüler gar nicht vorstellen. Mobbing war ein Fremdwort, Kleidung spielte noch keine Rolle. Wichtig war aber trotz allem: Wir waren eine absolute Klasseneinheit, unabhängig der Herkunft. Nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen. Die Schule war dank des Plattenbaus schon Anfang der siebziger Jahre recht zugig an den Außenwänden. Je nach Wetterlage zog zudem der Chemiegestank der damaligen Firma neben unserer Schule über den Schulhof. Heute hätte sowas gleich zur Schließung der Schule und einem ABC-Einsatz geführt. Damals war man wohl „toleranter“. Ja, ein Bombenalarm war auch mal, aber zum Glück Fehlalarm. Unsere Abschlussklasse trifft sich immer noch regelmäßig alle fünf Jahre. Also 2020 ist dann 45 Jahre Abschlussklasse 10e der ersten ARR. Bernd-Peter Remmers

Es handelt sich um die Adolf-Reichwein-Realschule. Im Frühjahr 1962 wechselte ich von der Volksschule auf die Städtische Realschule Witten (heute: Otto-Schott-Realschule). Nach einem Jahr wurden einige Klassen ausgegliedert, um eine neue Realschule aufzubauen. Bevor der Neubau der Adolf-Reichwein-Schule bezogen werden konnte, wurde der Unterricht in der Holzkampschule bzw. in der Schule auf dem Sonnenschein (Almstraße) abgehalten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Schule damals dem neuesten Stand der Technik entsprach. Gabriele Draheim,64

Ich habe an dieser Schule über 30 Jahre meines Lehrerlebens verbracht und denke heute noch gerne an die schöne Zeit zurück. Hoffentlich geht es vielen ehemaligen Schülern ebenso.
Dieter Lagemann

>> Bewegte Schulgeschichte mit drei Umzügen

Die Adolf-Reichwein-Realschule feierte 2014 ihr 50-Jähriges. Laut Festschrift nahm die 1964 als zweite Realschule (nach Otto Schott) den Betrieb auf – mit 150 Schülern im Gebäude der Holzkampschule. 1966 zog sie vorübergehend in die Sonnenscheinschule, um dann am 8. Juni 1968 mit 400 Schülern die Einweihung des Neubaus an der Westfalenstraße zu feiern.

Der Neubau hatte 6,7 Mio DM gekostet. Allerdings hatte der Architekt schon angekündigt, dass die Fertigteilbauweise nur etwa 30 Jahre lang halten würde. Tatsächlich war das Gebäude zum angegebenen Zeitpunkt erheblich sanierungsbedürftig. 2006 erfolgte der Umzug zurück in die alte Sonnenscheinschule an der Almstraße 11, die neue Anbauten erhielt.

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