Soziales

Ambulante Hospizhelfer sind seit 20 Jahren im Einsatz

Am Ende des Lebens nicht alleine sein: Die ambulanten Hospizhelfer bieten menschliche Nähe und Zuwendung.Foto: Kai Kitschenberg/WAZFotoPool

Am Ende des Lebens nicht alleine sein: Die ambulanten Hospizhelfer bieten menschliche Nähe und Zuwendung.Foto: Kai Kitschenberg/WAZFotoPool

Witten.   Die ehrenamtlichen Helfer des Ambulanten Hospizdienstes Witten-Hattingen sind seit 20 Jahren im Einsatz. Auch in der Boecker-Stiftung.

75 Frauen und Männer, die Schwerkranken und Sterbenden Zeit und Zuwendung schenken. Ehrenamtlich Tätige, die zuhören können, die trösten, lachen, mittrauern, bei Hausbesuchen auch pflegende Angehörige entlasten, ohne selbst zu pflegen. Den Ambulanten Hospizdienst Witten-Hattingen gibt es seit 20 Jahren. Ebensolange arbeitet der Verein mit der Boecker-Stiftung zusammen, betreut auch deren Bewohner in den Häusern „Leben im Alter“ und „Haus am Voß’schen Garten“.

Alles begann 1998, als die Hospizinitiative Witten gegründet wurde – wofür sich das Diakoniewerk Ruhr und die heutige Oberin Marianne Anschütz stark machten. Seit 2003 heißt die Hospizinitiative Ambulanter Hospizdienst. Er engagiert sich – finanziert von Krankenkassen und Spenden – kostenlos in Witten und Hattingen für Menschen, die in der letzten Phase ihres Lebens begleitet werden möchten. Im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zuhause. Möglich machen dies die derzeit 75 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und Hospizhelfer.

Mit 93 Jahren aus dem Ehrenamt zurückgezogen

Menschen wie Elke Hickfang. „Ich hatte mit Ende 30 einen schweren Autounfall. Ich war nicht tot, aber auch nicht mehr ganz lebendig“, erzählt die 72-Jährige. Sie fand zurück ins Leben, steht seit 20 Jahren anderen bei, die nur noch wenige Wochen zu leben haben. „Es gibt aber auch Menschen, die wir Jahre begleiten“, erklärt Susanne Gramatke, Geschäftsführerin des Ambulanten Hospizdienstes.

Auch Eva Schultz ist beim Hospizdienst eine Helferin der ersten Stunde. Aufgrund ihres Alters hat die 93-Jährige sich gerade aus dem Ehrenamt zurückgezogen. Eva Schultz war auch da, wenn Menschen starben. „Das waren spirituelle Erfahrungen“, sagt sie und wünscht sich selbst einmal „ein ruhiges Ende“.

„Ich bin bereit zu gehen“

Hospizhelferin Edith Künkler nickt und berichtet: „Die meisten alten Menschen sterben friedlich, schlafen irgendwann ein.“ Die 67-Jährige hat aber auch erlebt, dass alte Frauen angesichts des Todes „ihre Fehlgeburten als Leid ihres Lebens“ beklagten, hörte, wie Sterbende nach den eigenen Eltern riefen. Edith Künkler entschied sich vor 20 Jahren, Hospizhelferin zu werden, nachdem sie hilflos miterleben musste, wie ihre Schwester mit 33 Jahren starb.

Der Tod sei bei den Bewohnern der Einrichtungen der Boecker-Stiftung und ihren Angehörigen heute kein Tabuthema mehr, berichtet Geschäftsführer Michael Schillberg. „Menschen sagen uns: Ich bin bereit zu gehen.“ Dass der Tod zum Leben gehört, weiß man hier wie auch in anderen Pflegeeinrichtungen. Schillberg und seine Mitarbeiter sind glücklich über die 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospizdienst. Ein Grund, um zu feiern – am 2. Februar ab 17 Uhr im BistroB der Stiftung an der Breite Straße.

„Mach’s noch einmal, Mona Lisa“

Man möchte nicht unter sich bleiben. Wer Lust hat, kann mitfeiern. Gezeigt wird das Theaterstück „Mach’s noch einmal, Mona Lisa“ des Wetteraner Autoren und Kabarettisten Stefan Keim. Gastgeber Schillberg verspricht: „Für das Publikum gibt es bis 19.30 Uhr ein tolles Programm!“

>>> DER KONTAKT ZUM HOSPIZDIENST

Wer Kontakt zum Ambulanten Hospizdienst Witten-Hattingen an der Pferdebachstraße 39 a in Witten aufnehmen möchte: Tel. 02302/175 2626 oder Tel. 0174/972 6265. Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins findet man im Netz: AmbulanterHospizdienstWitten-Hattingen.de.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik