Freizeit

Am Streichelzoo wird geschmirgelt

Die fünf Bastler vom Hohenstein (v.li.): Peter Storck, Volkmar Klewer, Horst Kemmer, Erich Sonnenborn und Hans-Jürgen Bruchhagen.

Foto: Thomas Nitsche

Die fünf Bastler vom Hohenstein (v.li.): Peter Storck, Volkmar Klewer, Horst Kemmer, Erich Sonnenborn und Hans-Jürgen Bruchhagen. Foto: Thomas Nitsche

Seit 20 Jahren findet einmal im Monat eine Bastelstunde am Hohenstein statt. Kindern stellen Holzfiguren her. Die eignen sich auch als Weihnachtsgeschenk.

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Die Ziegen im Streichelzoo auf dem Hohenstein werden in der Regel gut verwöhnt. Ein Euro kostet das Futter aus dem Automaten. Für Kinder ist es ein großer Spaß, die Tiere damit zu versorgen. An jedem zweiten Donnerstag im Monat spielen die Ziegen jedoch nur die zweite Geige. Dann wird in der Hütte nebenan gebastelt.

Wer da auf der Schnitzerei in der Tür zu sehen ist, wissen die meisten der Kinder nicht. Selbst viele Eltern können nur raten. „Das sind Max und Moritz, die der Witwe Bolte einen Streich spielen“, sagt Horst Kemmer. Der 84-Jährige ist der älteste ehrenamtliche Helfer beim Basteln auf dem Hohenstein. Er bedauert es, dass Max und Moritz heute kaum noch gelesen werden. Umso mehr freut es ihn, dass er und seine vier Mitstreiter die Kinder noch für echte Handarbeit begeistern können.

Früher wurde richtig geschnitzt

So wie die Tür sind auch die verzierten Holzlampen im Raum echte Originale. Sie zeugen von der Anfangszeit der Bastelstunden an dieser Stelle. Das war vor runden 20 Jahren, als der ehemalige Stadtförster Egon Stienemann das Angebot ins Leben rief. Damals wurde noch richtig geschnitzt, was auch der ursprüngliche Name „Hohensteinschnitzer“ belegt. Das hatte sich jedoch schnell erledigt. Aufgrund der Verletzungsgefahr verabschiedete man sich von Messern und anderen Werkzeugen.

Als Erich Sonnenborn (78) vor 19 Jahren zum Team stieß, da wurde bereits nur noch geschmirgelt und geklebt. Mit seinem Enkel Fredrik kam er zufällig vorbei – und sogleich hatte beide das Bastelfieber gepackt. Neben Horst Kemmer und Sonnenborn gehören Hans-Jürgen Bruchhagen (77), Volkmar Klewer (63) und Peter Storck (63) zum Team. Um den Ansprüchen der Kinder gerecht zu werden, trifft sich das Quintett jeden Dienstag zu Vorbereitungsarbeiten. Sie schneiden die Muster aus den Holzplatten aus, so dass die Kinder schließlich nur noch die Feinarbeit übernehmen müssen.

Außerhalb der Ferien wird der Besuch weniger

Jetzt, in der Ferienzeit, sind fast alle Plätze belegt. Konzentriert sitzen die Kinder an den Tischen und fertigen kleine Hunde, Pferde oder Mühlen aus Holz an. Das Endprodukt dürfen sie mit nach Hause nehmen. Außerhalb der Ferien ist die Bastelstunde nicht mehr so gut besucht. „Vielleicht liegt es an den Ganztagsschulen“, grübelt Sonnenborn. Er und seine Kollegen sind selbst passionierte Bastler. Stolz zeigt der 78-Jährige einen Hubschrauber, den er in mühsamer Kleinarbeit angefertigt hat. Vor allem die Fenster, verrät er, nahmen viel Zeit in Anspruch. Auch eine Arche Noah oder die Figuren für das Krippenspiel am Hohenstein sind hier bereits entstanden.

Die schönste Zeit sind Weihnachten und Ostern. Viele Kinder stellen beim Weihnachtsbasteln Geschenke für Mama, Papa, Oma und Opa her. Bei frostigen Temperaturen sorgt der Ofen für die nötige Wärme. „Da schmeißen wir dann die Arbeiten rein, die schief geraten sind“, sagt Volkmar Klewer mit einem Augenzwinkern.

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