Oldtimer-Festival

Als der Kettenpanzer zum Wittener Oldtimertreffen rollte

Isetta und Organisations-Team (v.l.): Bernd Leibfritz, Thomas Schmidt (Stadtmarketing), Christian Leibfritz, Michael Kuhlmann und Jens Matros.

Foto: Bastian Haumann

Isetta und Organisations-Team (v.l.): Bernd Leibfritz, Thomas Schmidt (Stadtmarketing), Christian Leibfritz, Michael Kuhlmann und Jens Matros.

Witten.   Am Wochenende treffen sich zum 10. Mal Oldtimer-Fans auf Zeche Nachtigall. Veranstalter erinnern sich an erfolgreiche und kuriose Treffen.

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Dieses Wochenende verwandelt sich die Zeche Nachtigall wieder zum Wallfahrtsort von Liebhabern historischer Autos, alter Motorräder und Trecker – zum zehnten Mal im elften Jahr. Denn 2015 musste das Oldtimerfestival ausfallen, weil gleichzeitig der Ruhrtal-Triathlon stattfand. „Aber davon wollen wir lieber nicht sprechen“, sagt Michael Kuhlmann, Mitbegründer des Fests. Lieber blicken er und seine Mitstreiter zurück auf die bisherigen neun erfolgreichen Treffen – und auf die Anfänge der Veranstaltung, die längst eine feste Institution geworden ist.

Alles begann mit einem Oldtimer-Treffen auf dem Rathausplatz, initiiert und mit-organisiert von Oldtimer-Liebhaber Jens Matros. „Aber das war nur ein kleines Treffen, begrenzt auf Wittener Kennzeichen“, erinnert sich Matros. Zusammen mit Thomas Schmidt vom Stadtmarketing habe er dann vor elf Jahren im „La Nonna“ zusammengesessen. „Da haben wir die Idee weitergesponnen. Wir dachten, da kann man doch mehr draus machen“, erzählt Schmidt.

Zur Premiere förmlich überrollt

Schnell hatte man mit der Zeche Nachtigall einen neuen Veranstaltungsort gefunden. „An die Premiere sind wir dann wirklich relativ unbedarft rangegangen – und sind von Teilnehmern förmlich überrollt worden. Die Autos standen bis zur Zeche Theresia“, sagt Schmidt.

So zeigte sich bereits bei der ersten Auflage des Festivals der Nachteil des Geländes: „Es ist einfach begrenzt, wir können nicht ausbauen“, bedauert Schmidt. An einen Ortswechsel denke heute aber niemand mehr, auch wenn das durchaus schon zur Debatte stand. „Hier stimmt einfach das Gesamtpaket“, sagt Schmidt.

Baujahr-Begrenzung um Ansturm Herr zu werden

Stattdessen führten die Veranstalter eine Baujahr-Begrenzung ein. „Es ist einfach schade, wenn man ein Auto aus dem Jahr 1935 wegschicken muss, weil ein anderes mit Baujahr ‘87 den Platz belegt“, sagt Matros. Helfer kontrollieren seitdem den Einlass.

Zum Gesamtpaket gehört auch die gute Zusammenarbeit mit der Zeche und ihrem Leiter Michael Peters: „Ich fand die Idee sofort klasse. Die Autos, die ich liebte, waren immer so alt wie ich. Mit den Jahren wird man so automatisch zum Oldtimer-Fan.“

Panzer zentimetergenau gesteuert

Nur einen Schreck-Moment habe es in der Geschichte des Festivals gegeben: „Als auf einmal ein Panzer vor dem Tor stand“, erinnert sich Peters lachend. Schmidt ergänzt: „Es war schon recht trubelig, da rief jemand an und sagte: Habt ihr noch Platz, ich komme mit ‘nem Panzer. Wir dachten, das wäre ein Gag.“

War es aber nicht. Und die Veranstalter schafften es noch, den kleinen Kettenpanzer unterzubringen. „Der konnte auch zentimetergenau steuern, das war sehr faszinierend“, erinnert sich Matros.

Trecker waren von Anfang an dabei

Vom ersten Festival an waren auch Trecker dabei – anfangs jedoch nur eine Handvoll. Denn vor zehn Jahren hätte sich kaum jemand für Traktoren interessiert, sagt Kuhlmann. „Heute ist das ein richtiger Hype. Die historischen Trecker, die bei uns vorfahren, sind heute manchmal besser in Schuss als sie vom Band gerollt sind.“ Seit zwei Jahren organisieren die Veranstalter daher auch eine Rundfahrt für die Traktoren-Fans.

Zum Fest am Wochenende rollen die Veranstalter selbstredend auch alle selbst in historischen Gefährten an. Matros etwa mit seiner Isetta. „Die hat noch ihr Original-Kennzeichen und war nie abgemeldet. Das Auto ist ein richtiges Wittener Urgestein, das habe ich schon gekannt und durch die Straßen fahren sehen, als ich ein kleiner Junge war“, sagt der 50-Jährige.

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