Ev. Kirchentag

79-jährige Wittenerin ist ein echter Kirchentagsfan

Bärbel Guschauski-Sielert besucht regelmäßig die Ev. Kirchentage.

Bärbel Guschauski-Sielert besucht regelmäßig die Ev. Kirchentage.

Foto: Ev.Kirchenkreis

Witten.  Die 79-jährige Bärbel Guschauski-Sielert aus Witten hat seit 1956 kaum eines der großen Protestantentreffen ausgelassen – und dabei viel erlebt.

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„Mein erster Kirchentag – und ob ich mich daran erinnern kann! Ich war gerade mal 17, und es war meine erste richtige Reise ohne Eltern.“ Bärbel Guschauski-Sielert nickt und ihre Augen strahlen. Keine Frage: Sie denkt gerne an diesen ersten Ausflug nach Frankfurt zurück – dabei ist diese Reise schon 63 Jahre her.

Wir schreiben das Jahr 1956, und es ist erst der 7. Deutsche Evangelische Kirchentag, zu dem sich das lebensfrohe Mädchen auf den Weg in die Großstadt macht. „Ich war sechs, als mein Vater aus dem Krieg kam – Ausflüge mit der Gemeinde hat er mir immer erlaubt.“ Über die Jahre hat die Wittenerin kaum eines der alle zwei Jahre stattfindenden Protestantentreffen ausgelassen. Und dass Bärbel Guschauski-Sielert auch jetzt in Dortmund dabei sein wird, versteht sich von selbst.

„Ich bin ein echter Kirchentags-Fan“, erklärt die 79-Jährige begeistert. „Die Bibelarbeiten, Vorträge, die Feierabendmahle und auch die kulturellen Events – all das begeistert und regt zum Nachdenken an.“ Für den Alltag und auch für das Gemeindeleben bekomme man neue Impulse, und beim gemeinsamen Singen sei Spiritualität besonders gut erfahrbar.

Bei den Kirchentagen habe Bärbel Guschauski-Sielert stets auf besondere Weise erfahren, dass „ihre“ Kirche mitten im Leben steht: „Zu Umweltthemen, Nachhaltigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung finde ich immer was im Programm – diese Themen interessieren mich noch heute besonders.“ München, Hamburg, Hannover, Stuttgart – für die junge Frau waren die Kirchentage eine Gelegenheit, die Welt kennenzulernen.

Mit Ehemann Joachim, mit dem sie seit Jugendtagen verbunden ist, teilt sie den Glauben und die Leidenschaft für Gemeindearbeit – doch bei den Kirchentagen ließ der Wittener seine unternehmungslustige Frau alleine losziehen.

Beruflich reiste die Auslandskorrespondentin nach England, Frankreich und in die Niederlande – privat freute sie sich bei den Kirchentagen daran, mit vielen Menschen ihren Glauben zu teilen und mit den privaten Gastgebern Freundschaften zu schließen. „In einer Turnhalle hab ich aber seit 1986 nicht mehr übernachtet.“ In diesem Jahr ist sie selbst Gastgeberin: Sohn und Schwiegertochter reisen mit den beiden Enkeltöchtern aus Berlin an und übernachten bei den Großeltern.

Margot Käßmann, Friedrich Schorlemmer, Anselm Grün, Eugen Drevermann – all die bekannten Theologen hat Bärbel Guschauski-Sielert auf Kirchentagen gehört. Nun hat sie sich wieder gewissenhaft durch das grüne Programmheft gearbeitet. „Ich mache mir einen Stundenplan für jeden Tag und suche mir aus den 2000 Veranstaltungen so viel Interessantes wie möglich raus.“ Von der Bibelarbeit am Morgen bis zum politischen Nachtgebet ist Bärbel Guschauski-Sielert dann unterwegs: „Kirchentage sind wie eine Klausur – wo man auftankt und durch nichts unterbrochen wird.“

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