Schicksal

35-Jährige meistert schwere Lebenskrise bis zum Happy End

Seht her, geht doch: Yvonne Schröders hat nach Krisenzeiten einen Job bei der Caritas gefunden und rät anderen: „Traut euch was zu“.

Seht her, geht doch: Yvonne Schröders hat nach Krisenzeiten einen Job bei der Caritas gefunden und rät anderen: „Traut euch was zu“.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Yvonne Schröders hatte ein gutes Leben. Dann musste sie ihren Job aufgeben und Hartz IV beantragen – bis die Caritas ihr eine neue Chance bot.

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2016 war ihr Katastrophenjahr: Mehrere Schicksalsschläge wirbelten ihr Leben durcheinander und führten dazu, dass Yvonne Schröders Hartz IV beantragen musste. „Was ich über Jahre aufgebaut hatte, hatte plötzlich keinen Wert mehr“, sagt die 35-Jährige. Inzwischen sieht die Welt für sie wieder rosiger aus. Dazu habe die Caritas Witten beigetragen, betont Yvonne Schröders, die dort als Helferin in der ambulanten Pflege arbeitet. Sie sagt: „Danke für diese Chance.“

Bevor die Welt für sie zusammenbrach, hatte Yvonne Schröders einen Jahresvertrag als Pflegehelferin bei der Diakonie in Herne. Den ließ sie auslaufen, als sich Nachwuchs ankündigte: Denn mit ihrem Lebenspartner hatte sie entschieden, ein gemeinsames Kind zu bekommen, für das sie dann auch drei Jahre da sein wollte. Denn ihr Freund verdiente mit der eigenen Kfz-Werkstatt gutes Geld. Außerdem betrieben beide ein Café.

Ihre Mutter starb, ihr Partner hatte einen Herzinfarkt

Doch Yvonne Schröders musste früher als geplant aufhören zu arbeiten, weil der Mutterkuchen gegen eine Arterie drückte. Ihre schwer kranke Mutter starb. Ihr Partner erlitt einen Herzinfarkt, anschließend gab es Komplikationen, eine Not-OP folgte. Er musste die Werkstatt aufgeben, auch das Café. „Und ich konnte nicht arbeiten gehen wegen der Schwangerschaft“, sagt die junge Frau. Ihr blieb nichts anderes übrig, als Hartz IV zu beantragen. Der Kampf ums Überleben begann, denn Rücklagen hatte sie nicht.

Zwar versagte sich Yvonne Schröders in dieser Zeit sämtliche Neuanschaffungen und lief mit kaputten Schuhen herum, nur um für ihre kleine Tochter Windeln und für ihren älteren Sohn Schulmaterialien kaufen zu können. „Die beiden sind mein Lebenselixier. Ihnen möchte ich alles ermöglichen. Wir haben nie im Luxus gelebt, aber ins Kino gehen, das war immer drin.“

„Beim Amt wurde ich von oben herab behandelt“

Doch nicht das eigene Zurückstecken bei materiellen Dingen war es, was ihr so zu schaffen machte, sondern „wie die Menschen uns behandelt haben“. Nicht nur hätten sich Freunde von ihr abgewendet. „Beim Amt wurde ich von oben herab behandelt, in eine Schublade gesteckt“, sagt die Bochumerin, die sich das letzte bisschen Würde bewahren wollte und keine zusätzliche Leistungen beantragte. Sie zog sich zurück. „Mein Selbstbewusstsein hat gelitten.“

Trotzdem hat sie sich im Netz nach einem neuen Job umgesehen und stieß auf das Angebot der Wittener Caritas, die Mitarbeiter für die ambulante Pflege suchte. Sie habe angerufen und noch am selben Tag ein Vorstellungsgespräch gehabt. „Die sind mir dort mit so viel Respekt begegnet, haben gesagt: Wir brauchen Sie. Ich kam da raus und war richtig geflasht“, erinnert sich Yvonne Schröders. Denn nicht nur hatte sie die Stelle – sie kann damit auch Job und Familie unter einen Hut bringen, also Touren fahren, die in ihren Zeitplan passen. „Das es so kommen wird, konnte keiner ahnen.“ Yvonne Schröders meint damit ihre Hartz-IV-Phase, aber auch das Happ End.

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