Kita

200 neue Kitaplätze in Witten für unter Dreijährige geplant

Genießen ihren Spielplatz im Freien: Kinder der Buchholzer Kita. Diese soll mit einer Notgruppe – wenn alles glatt läuft – ab Herbst über mehr Plätze verfügen.

Genießen ihren Spielplatz im Freien: Kinder der Buchholzer Kita. Diese soll mit einer Notgruppe – wenn alles glatt läuft – ab Herbst über mehr Plätze verfügen.

Foto: foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Wittens Kitaplätze sind ausgereizt, heißt es von der Stadt. Im neuen Kitajahr wird es zwei Notgruppen geben. Verschiedene Träger planen Neubauten.

Am 1. August beginnt das neue Kindergartenjahr. Etliche Eltern werden in Witten keinen Kitaplatz bekommen. Wieviele es genau sind, dazu möchte sich das Amt für Jugendhilfe und Schule derzeit noch nicht äußern. Es verweist auf den 2. September, an dem dann – für den Jugendhilfe- und Schulausschuss – konkrete Zahlen vorliegen sollen. Fest steht: Derzeit fehlen allein noch 206 Plätze für unter Dreijährige – da die Stadt hier eine künftige Versorgungsquote von 45 Prozent anstrebt.

Fehlende Kitaplätze sind in Witten ein Politikum. Ende März hatten Eltern aus Buchholz und Durchholz mit ihrem Nachwuchs vor dem Rathaus demonstriert – mit Plakaten wie „Lasst uns nicht im Regen stehen, wir woll’n in die Kita gehen“. Die Stadt blieb nicht untätig.

Für Neubau in Buchholz werden noch ein Grundstück und ein Investor gesucht

Die städtische Buchholzer Kita, die derzeit über 72 Plätze verfügt – davon sind 60 Plätze für über Dreijährige – wird eine Notgruppe in der nur drei Gehminuten entfernten Buchholzer Grundschule bekommen. Hierfür muss dort vorher aber noch umgebaut werden. Claudia Link vom Amt für Jugendhilfe und Schule hofft, dass die Notgruppe bis zu den Herbstferien mit 12 bis 15 Plätzen für über dreijährige Kinder steht.

In Buchholz soll aber auch noch neu gebaut werden. Link: „Wir suchen ein Grundstück und einen Investor.“ Bei der Elterndemo Ende März hatte Sozialdezernent Frank Schweppe betont, dass der Neubau kein Schnellschuss werden könne. Mit ihm werde man wohl nicht vor 2021 beginnen können. Sabine Siekmann, Leiterin des Buchholzer Kindergartens, weiß um die Nöte noch unversorgter Eltern. „Sie rufen mich ja an.“

Kirche besitzt Grundstück neben der Durchholzer Schöpfungskirche

Auch für Durchholz arbeitet die Stadt noch an einer Lösung, um vor Ort mehr Kindern als bislang einen Kindergartenbesuch ermöglichen zu können. Ende Juni hatte es deswegen ein Gespräch mit Ute Wendel, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Herbede, gegeben. Diese besitzt ein Grundstück neben der Schöpfungskirche in Durchholz. Eventuell ein Bauplatz für eine neue Kita. „Es gibt noch kein Ergebnis. Da ist noch alles offen“, betont Wendel auf WAZ-Nachfrage.

Bebauungsplanverfahren in Rüdinghausen läuft

Spannend bleibt es auch in Rüdinghausen. Der dortige Rewe-Markt an der Friederich-Ebert-Straße soll vergrößert werden. Die Chefs des Supermarktes, die Geschwister Julia Rode und Tobias Kesper, wollen einen größeren Markt hinter ihrem bisherigen bauen. Ein Teil des alten Gebäudes könnte dann zu einem neuen Kita-Standort werden.

Thomas Sebralla, der mit der Planung des neuen Supermarktes betraute Architekt: „Das Bebauungsplanverfahren läuft

für den neuen Markt noch.“ Erst wenn es hierfür grünes Licht gebe, könne man die Kita, die mindestens drei Gruppen haben soll, konkreter planen. Sebralla: „Es gibt bereits Verhandlungen mit mehreren möglichen Trägern.“

Notgruppe in der Augustastraße wird bis 2020 verlängert

Fest steht schon, dass es im neuen Kindergartenjahr neben der neuen Notgruppe der Kita Buchholz eine zweite an der Awo-Kita Zum Ledderken geben wird, die ihren Standort an der Augustastraße hat. Dort, wo man früher die Kita Augustinchen fand. „Die Gruppe gibt es bereits. Sie wurde bis 2020 verlängert“, sagt Claudia Link. Die betont, dass alle Kitaplätze in der Stadt „überbelegt, ausgereizt“ seien.

Da die Stadt für unter Dreijährige künftig eine Versorgungsquote von 45 Prozent anstrebt, werden 1170 Plätze benötigt. Link: „Derzeit haben wir 768 Kita-Plätze, plus 196 Plätze bei Tagesmüttern.“

Familienzentrum Waldorfkindergarten plant 40 weitere Plätze

Eine gute Nachricht gibt es aus Annen. Dort plant das Familienzentrum Waldorfkindergarten eine Erweiterung. Derzeit werden vom Familienzentrum 144 Jungen und Mädchen betreut. Leiterin Sabine Zander: „Wir möchten im neuen Jahr 40 weitere Plätze in zwei Gruppen anbieten.“ Der Neubau soll am Annener Berg auf dem Gelände des Instituts für Waldorfpädagogik entstehen. Zander hofft, die neuen Plätze 2020 zur Verfügung zu haben.

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