Gerichtsurteil

Weseler muss wegen Drogenhandel ins Gefängnis

Ein Weseler muss wegen Drogenhandel für drei Jahre ins Gefängnis.

Ein Weseler muss wegen Drogenhandel für drei Jahre ins Gefängnis.

Foto: Müller

Wesel/Duisburg.   Unter anderem weil mit Drogen gehandelt hat, muss ein Weseler (30) drei Jahre ins Gefängnis. Aber: Nur ein Bruchteil der Anklage war beweisbar.

Wegen Drogenhandels verurteilte das Landgericht Duisburg am Dienstag einen 30-jährigen Weseler zu drei Jahren Gefängnis. Am Ende eines mehrtägigen Prozesses stand fest, dass bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im vergangenen Herbst 200 Gramm Marihuana gefunden worden waren und er außerdem 1 Kilo Rauschgift bei einem kriminellen Großhändler bestellt hatte. Die ursprüngliche Anklage hatte allerdings weitaus dramatischer geklungen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 30-Jährigen mehrere Fälle des Drogenhandels vorgeworfen, bei denen es um insgesamt mehr als vier Kilo Marihuana ging. Zudem musste er sich wegen schweren Raubes verantworten: Gemeinsam mit einem 25-jährigen Mitangeklagten hatte er angeblich am 19. September 2018 einen Zeugen in dessen Wohnung in Wesel bedroht und von ihm ausstehende Drogengelder gefordert. Die Täter sollen eine kleine Menge Bargeld, ein paar Wertgegenstände und 100 Gramm Amphetamin mitgenommen haben, die sie in der Wohnung fanden.

Machete, Schlagring und Messer gefunden

Wenige Tage später sollen sie dem Raubopfer das Rauschgift zurück gebracht haben. Sie sollen dem Mann großzügigerweise erlaubt haben, das Amphetamin zu verkaufen - allerdings nicht mehr zu Gunsten seiner eigenen Kasse, sondern um damit seine Schulden zu begleichen. Ein dritter Angeklagter (26) sollte laut Anklage ebenfalls in die Drogengeschäfte verwickelt gewesen zu sein. Geschäfte bei denen die Männer möglicherweise mit Schwierigkeiten rechneten, wie der Fund einer Machete, eines Butterfly-Messers und eines Schlagringes bewiesen.

In Drogenprozessen nicht ungewöhnlich: Mit verwertbaren Aussagen rückte während des Verfahrens kaum jemand heraus. Beweisbar blieb deshalb nur ein Bruchteil der Anklage. Nur einer der drei angeklagten Weseler wurde verurteilt, das Verfahren gegen die beiden anderen wurde gegen vergleichsweise geringe Geldbußen von 800 beziehungsweise 600 Euro eingestellt.

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