Klimawandel

Weseler fordern mehr Klimaschutz – eine Umfrage

Die Trockenheit hat auch bei uns große Auswirkung auf die heimische Landwirtschaft.

Die Trockenheit hat auch bei uns große Auswirkung auf die heimische Landwirtschaft.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Wesel.  Bei unserer Umfrage in Wesel sind fast alle Angesprochenen der Meinung, dass viel mehr für den Klimaschutz getan werden sollte.

Das Thema Klima ist zurzeit in aller Munde. Wir haben uns in der Innenstadt umgehört, wie die Weseler zu der aktuellen Diskussion stehen. Alice van de Sand ist alarmiert und emotional aufgebracht, wenn sie auf den Klimawandel angesprochen wird. „Dringend muss etwas getan werden“, sagt die 63-jährige Weselerin und fügt schon fast resignierend hinzu: „Vielleicht ist es aber auch schon zu spät! Die Menschheit richtet sich selber zugrunde, das Klima ist schon kaputt.“

Nicht alle Befragten sehen es so pessimistisch, Sorgen machen sich aber alle gestern zufällig ausgewählten Passanten aus der Hansestadt.

In Wesel werden zu viele Bäume gefällt

Für Alice van de Sand ist es mittlerweile „bedrohlich“, doch auch in die Politik steckt sie wenig Hoffnung: „Die Politiker erreichen die Bürger ja nicht mehr!“ Stattdessen empfiehlt sie jedem einzelnen, sich für den Klimaschutz aktiv einzusetzen: „Ich verzichte beispielsweise auf Mülltüten und nehme Papiertüten“, sagt sie. Auf die Palme bringt die 63-Jährige zudem, dass „in Wesel überall Bäume gefällt werden, die garantiert nicht krank sind“.

Elektroauto um CO2 zu vermeiden

Auch Udo Schüler meint, es müsse „auf jeden Fall“ mehr für den Klimaschutz getan werden. Der 69-Jährige aus der Hansestadt findet allerdings auch, dass aktuell das Thema Klima überbewertet wird, da es nicht erst seit gestern gefährdet sei.

Die Politik sollte sich mehr nach der Bevölkerung richten und weniger nach der Industrie, ergänzt er und nennt als Stichwort die Dieselaffäre.

Er sagt: „Mit dem Alter bin ich umsichtiger geworden. Wie früher eine Zigarettenkippe einfach aus dem Auto zu schnippen, ist für mich heute undenkbar.“ Schüler ergänzt: „Wir müssen dringend CO2 vermeiden. Wenn es bezahlbar ist, würde ich auch über ein E-Auto nachdenken.“

Mit dem Rad zur Schule um das Klima zu schonen

Schüler Phil Beckmann findet das Thema Klima ebenfalls wichtig. „Bei uns in der Gesamtschule Am Lauerhaas haben wir auch im Unterricht darüber diskutiert“, berichtet der 13-Jährige. Er leistet seinen eigenen beitrag zum Klimaschutz: „Ich fahre mit dem Rad zur Schule statt mich von meiner Mutter bringen zu lassen.“ Und: Phil möchte versuchen in

Zukunft noch mehr auf Dosen und Plastik zu verzichten.

Sie selbst spüre den Klimawandel bereits deutlich, erklärt Jessy Stein. „Es gibt ja kaum noch Jahreszeiten wie früher – die Umwelt spielt verrückt: Extreme Trockenheit, extreme Hitze und im Winter kaum noch Schnee.“

Afrika kann als Vorbild dienen

Bedenklich ist aus Sicht der 36-Jährigen, „dass Afrika für uns Vorbild sein soll“. Damit bezieht sich die Weselerin auf das Plastikverbot, dass sie von vielen Reisen nach Kenia von dort kennt: „Da gibt es fast kein Plastik - die ziehen das konsequent durch.“

Auch dort habe sie die negativen Folgen der Umweltverschmutzung hautnah gespürt: „Wo früher feiner Sand am Strand war, ist dieser heute von unzähligen kleinen Plastikstückchen durchsetzt. Da kann man keine Kinder mehr barfuß laufen lassen“, so Jessy Stein. Es sei nötig, dass wir auch in Deutschland umdenken: „Wir müssen mehr Strom aus Solarplatten beziehen, weniger Müll - vor allem Plastik – erzeugen und weniger Auto fahren.“

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