Meisterschaften

Wesel: Gastro-Nachwuchs kocht und serviert auf hohem Niveau

Mariann Ewert und Luis Dickmann kochen für die Niederrhein-Meisterschaften des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Mariann Ewert und Luis Dickmann kochen für die Niederrhein-Meisterschaften des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Verband Dehoga prüft wieder den Nachwuchs bei den Niederrhein-Meisterschaften. 24 Azubis zeigen einer fachkundigen Jury ihr Können.

Gesa Plath hat an einem großen Tisch im Restaurant platzgenommen. Vor ihr steht ein leeres Weinglas. Ein junger Mann steuert auf sie zu. Schwarze Hose und Hemd, dunkle Krawatte. Lächelnd begrüßt er Plath, die ihn mit freundlichem, aber kritischem Blick begutachtet. Nun wird sich zeigen, ob er den perfekten Weinservice am Gast bewerkstelligen kann.

Der junge Herr heißt Niklas Prinzen, ist 20 Jahre alt und macht momentan seine Ausbildung zum Restaurantfachmann im Landhaus Ridder. Hier, im Hotel Hohe Mark in Obrighoven, ist er Kandidat bei den Niederrhein-Meisterschaften des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Insgesamt 24 angehende Hotel- und Restaurantfachkräfte sowie Köche zeigen an diesem Tag ihr Können einer fachkundigen Jury. Und dass sie ihr Handwerk verstehen, haben sie bereits bewiesen: Alle 24 waren die jeweils Besten in einer vorangegangenen schriftlichen Prüfung.

Viele Faktoren für die Jury

Jurorin Plath weiß, worauf es bei Weinservice ankommt: „Ich achte genau darauf, ob die Azubis in der Ausführung alles richtig machen“, erklärt sie. Ist der Arbeitsplatz richtig vorbereitet? Sind alle Arbeitsmaterialien da? Wurde der Wein richtig präsentiert? War das Etikett der Weinfalsche immer zum Gast gerichtet?

Für alle Bereiche gibt es Punkte, am Ende entscheidet die Gesamtbewertung. Ob Prinzen die Jurorin überzeugen konnte, kann er hinterher nicht sagen: „Leider ist der Korken der Flasche abgebrochen“, erzählt er.

Bierwärmer und Schneckenbesteck

Ein paar Tische weiter liegt unterschiedliches Besteck bereit. Können die Kandidaten alles erkennen und benennen? Auf einem Blatt Papier sollen sie eintragen, was sie glauben vor sich zu haben. Die Prüfer beobachten sie dabei genau. Da liegen Bierwärmer, Traubenscheren und spezielles Schneckenbesteck: Für Laien gar nicht so leicht zu bestimmen. Doch für die angehenden Profis gehören sie zur alltäglichen Arbeit.

Währenddessen beginnt in der Hotelküche der Hochbetrieb. Die ersten Kochtöpfe brodeln schon, die noch weitgehend rohen Zutaten liegen schon bereit. Acht angehende Köche stecken mitten in den Vorbereitungen für ein Vier-Gänge-Menü, das am Abend serviert werden muss. Im Vorhinein gab es eine Zutatenliste. Zehn Tage hatte jeder Zeit, sein individuelles Menü daraus zu zaubern. Nun gilt es, dieses auf höchstem Niveau und unter Berücksichtigung der Vorgaben zu kochen.

Am Abend wird die Jury darüber urteilen, wer von ihnen am meisten überzeugt hat. Das Besondere: Neben der Jury werden auch Gäste erwartet, die sich an diesem Abend selber von Service und Geschmack berieseln lassen sollen. Auch sechs NRZ-Leser gehören dazu. Doch bis dahin haben die Kandidaten noch sechs Stunden Zeit. Dann wird sich zeigen, wer von ihnen überzeugen kann.

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