Selbsthilfe

Treffen für Familien mit Kindern mit Down-Syndrom in Wesel

Wenn ein Chromosom zuviel das Leben verändert: Eltern und ihre Kinder mit Down-Syndrom haben in der Kita Kartäuserweg eine Gruppe gegründet.

Wenn ein Chromosom zuviel das Leben verändert: Eltern und ihre Kinder mit Down-Syndrom haben in der Kita Kartäuserweg eine Gruppe gegründet.

Foto: PR

Wesel.  Eine Initiative von Eltern mit Kindern mit Down-Syndrom lässt die Betroffenen mit ihren Ängsten nicht allein – Treffpunkt Kita Kartäuserweg

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Sommerliche Temperaturen, verlockender Grillgeruch und fröhliches Kinderlachen. Auf den ersten Blick ein gemütlicher Grillnachmittag unter altbekannten Freunden. Doch auf den zweiten Blick ist dieses Treffen viel mehr als das. Die Familien, die hier zusammenkommen, kennen sich teilweise noch gar nicht so lange, manche sehen sich heute zum ersten Mal. Trotzdem spürt man sofort ein Gemeinschaftsgefühl – ein Gefühl, das alle verbindet. Das Gefühl, wie es ist ein Kind mit Down-Syndrom zu haben.

Einzeltreffen zeigten den großen Bedarf

Seit zwei Jahren gibt es diese Treffen für Familien mit Kindern mit Down-Syndrom. Ins Leben gerufen hat sie Benita Banach. Ihr Sohn Theo – mittlerweile ein Schulkind – ist ebenfalls mit 47 statt 46 Chromosomen auf die Welt gekommen und hat das Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt. Mit drei Jahren kam Theo in die Heilpädagogische Gruppe der Inklusiven Kindertagesstätte Kartäuserweg. „In dieser Lebenshilfe-Kita wird die Inklusion ernst genommen“, ist Benita Banach überzeugt von dem Konzept und der Kombination aus heilpädagogischen und inklusiven Gruppen.

Kontakte zu anderen Eltern von Kindern mit Down Syndrom fand die Mutter aber weiterhin vorrangig über die Frühförderstelle und das Sozialpädiatrische Zentrum in Wesel. Dies waren aber immer Einzeltreffen oder -gespräche. Gruppentreffen gab es nur für Erwachsene Menschen mit Down-Syndrom. Als sich die Einzelkontakte häuften und sie immer wieder von zahlreichen Stellen wegen einer Kontaktaufnahme angefragt wurde, entstand die Idee einer eigenen Gruppe.

„Die vielen Anfragen konnte ich in Einzelgesprächen nicht mehr leisten. Es war einfach an der Zeit, ein Gruppentreffen für Eltern ins Leben zu rufen“, sagt sie heute. „Aus eigener Erfahrung weiß ich um die Unsicherheit, die Sorgen und Ängste sowie die vielen Fragen, die sich bei der Diagnose Down-Syndrom auftun – gerade in den schwierigen ersten Lebensjahren des Kindes.“

Kontakt auf über „WhatsApp“

Ihr Ziel war und ist es, Familien einen Raum zu geben, in dem sie sich in entspannter Atmosphäre austauschen, informieren und neue Kontakte zu anderen Familien knüpfen können.

Benita Banach hat mit ihrer Entscheidung die Gruppe zu gründen genau ins Schwarze getroffen. Allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda begrüßt sie heute bei den Treffen bis zu 20 Familien, die froh sind, so eine Anlaufstelle gefunden zu haben. Die Teilnehmer kommen von überall her, die weiteste Anfahrt nimmt eine Familie aus Gelsenkirchen auf sich. „Das zeigt doch, wie groß der Wunsch nach einem Austausch für die Betroffenen ist“, ist Benita Banach froh über ihren Entschluss.

Kita-Leiterin begleitet die Treffen

Die Treffen finden zweimal jährlich statt. „Aber über ,WhatsApp’ sind wir als Gruppe ständig im Kontakt und Austausch. Hier wird gefragt, geplant und berichtet – über Alltägliches und Besonderes. Irgendjemand reagiert immer und antwortet. Man fühlt sich nicht alleingelassen.“

Bei jedem Treffen mit dabei: Claudia Wingerath, Leiterin der Inklusiven Lebenshilfe-Kita Kartäuserweg, die bis heute alle Kontaktanfragen von Familien an Benita Banach weiterleitet und die Räume der Kita für die Treffen zur Verfügung stellt. „Benita und ich stehen in engem Kontakt. Ich freue mich sehr über den Erfolg dieser Eltern-Kind-Gruppe. Und persönlich freue ich mich darüber, dass ich so einige Kinder, die unsere Kita bereits verlassen haben, auch weiterhin noch wiedersehe.“

Kontakt zur Gruppe:

Alle Familien, die ein Kind mit Down-Syndrom haben und an einem persönlichen Autausch Interesse haben, sind jederzeit herzlich willkommen in der Gruppe. Wer Interesse hat, meldet sich bitte in der Kita Kartäuserweg bei Claudia Wingerath unter 0281 65945. Eine Kontaktaufnahme ist auch per Mail an die Adresse hptwesel@lebenshilfe-rees.de möglich. Claudia Wingerath wird dann direkt den Kontakt zur Gruppe herstellen.

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