Pandemie

Stadt Wesel sieht in Fußgängerzone keinen Corona-Hotspot

Die Weseler Fußgängerzone gilt für die Verwaltung nicht als Corona-Hotspot.

Die Weseler Fußgängerzone gilt für die Verwaltung nicht als Corona-Hotspot.

Foto: Lars Fröhlich / FFS

Wesel  Der verkaufsoffene Sonntag mit zwei Märkten soll stattfinden - mit Kontrollen der Stadtwacht. Wesel im Vergleich mit weniger Corona-Infektionen.

Am Mittwoch war sie wieder unterwegs, die Weseler Stadtwacht. Das ist mittlerweile nicht nur für sie zur Routine geworden, auch die Besucher des Wochenmarktes haben sich längst daran gewöhnt, unter freiem Himmel Maske zu tragen. Am Wochenende wird die Ordnungsbehörde verstärkt über die Einhaltung der Corona-Regeln wachen, dann steht der Weseler Herbst mit Straßenkunst, verkaufsoffenem Sonntag, Feierabendmarkt und Feines vom Land auf dem Programm.

Dass diese Veranstaltungen laufen, hängt offenbar auch damit zusammen, dass die Kreisstadt mit 18 neuen Corona-Fällen in einer Woche eine Inzidenz von 30 hat und damit noch unter dem ersten Schwellenwert von 35 liegt, anders als bei der kreisweiten Betrachtung. Zudem sei die Fußgängerzone derart lang und breit, dass sie nicht der klassische Hotspot sei, sagt Swen Coralic, der bei der Stadt Wesel für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Sollten die Corona-Zahlen allerdings weiter rasant ansteigen, behalte man sich auch hier gewisse Regelungen vor.

Damit diese und viele weitere eingehalten werden, hat die Ordnungsbehörde ihr Personal für die zusätzlichen Kontrollen ohnehin aufgestockt. Der Radarwagen komme seltener zum Einsatz, weil die Arbeitskraft hier gebraucht werde. Und auch in anderen Bereichen habe es Umschichtungen gegeben, so dass manche Aufgaben des Alltagsgeschäfts warten müssten. Alles in allem werde stichprobenartig kontrolliert.

Bisher habe alles immer gut funktioniert, bleibe zu hoffen, dass die Menschen sich weiter verantwortungsbewusst verhielten. Dass war bei so mancher Zusammenkunft in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Rund 200 Bußgelder habe die Stadt inzwischen verhängt, weil die erlaubte Personenzahl überschritten wurde, heißt es auf Anfrage der NRZ.

In Wesel kann das Rathaus weiter besucht werden

Je 500 Menschen sind am nächsten Sonntag zeitgleich auf dem Markt von Feines vom Land im Schatten des Doms und beim Feierabendmarkt am Berliner Tor erlaubt. Beide Plätze erhalten einen Zaun, es gibt jeweils einen Ein- und einen Ausgang, für Ordnung sorgen ein Sicherheitsdienst sowie städtische Kräfte. Mit manuellen Zählgeräten soll der Überblick über die Anzahl der Gäste behalten werden, wobei Wesel-Marketing-Geschäftsführer Thomas Brocker nicht glaubt, dass irgendwann die 500er-Marke erreicht wird. Und auch von dicht gedrängten Menschen in der Fußgängerzone geht er nicht aus. „So voll wie sonntags beim Hansefest wird es nicht werden“, sagt er. Stattdessen eher so, wie an normalen Freitagen oder Samstagen. Zudem gebe es – coronagerecht – Tische mit Sitzgelegenheiten für bis zu fünf Personen. Alles im grünen Bereich, finden die Macher.

Deshalb bleiben in Wesel nicht nur die Sporthallen weiter geöffnet, auch das Rathaus kann ungehindert besucht werden. „Hier funktioniert alles super“, freut sich Coralic. Sorgte zu Beginn der Pandemie noch ein Sicherheitsdienst für Ordnung, gehe es nun auch ohne. Und auch innerhalb des Rathauses herrsche angesichts von Homeoffice und erweiterten Arbeitszeiten Zufriedenheit.

Der städtische Krisenstab, der aus der Verwaltungsspitze, dem Ordnungsbereich, der Feuerwehr und Swen Coralic besteht, kam zuletzt nur noch einmal wöchentlich zusammen. Jetzt sind es wieder tägliche Treffen, bei denen immer auch der Blick nach Düsseldorf geht, von wo die neuen Corona-Anweisungen letztlich kommen.

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