Sozialprojekt

Schulkurs bringt Jung und Alt in Hamminkeln zusammen

Jung und Alt kommen im Christophorus-Haus in Hamminkeln zusammen.

Jung und Alt kommen im Christophorus-Haus in Hamminkeln zusammen.

Foto: Diego Tenore

Hamminkeln.  „Sozial Genial“ heißt ein Kurs der Gesamtschule Hamminkeln. Schülerinnen und Schüler besuchen die Bewohner des Christophorus-Hauses.

Christophorus-Haus Hamminkeln, 10.30 Uhr. In einem Raum sind mehrere Stühle zu einem großen Stuhlkreis aufgestellt. Bewohner des Alten- und Pflegeheimes sitzen neben Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule. In der Mitte des Kreises haben sich drei Jungen aufgereiht. Sie stehen still, pressen alle ihr Mobiltelefon an ihr Ohr. „Das ist bei uns nicht so“, bemerkt eine Bewohnerin. „Wir sprechen noch miteinander!“ „Wir auch“, kontern die Jungs, nachdem sie sich aus ihrer Starre lösten. Was an diesem Morgen hier passiert, ist eine Begegnung der besonderen Art.

Vorurteile und Hemmschwellen abbauen

„Sozial Genial“ heißt ein Kurs an der Gesamtschule, den die Schüler der achten Jahrgangsstufe besuchen. Teil dieses Kurses ist ein dreitätiger Besuch im Christophorus-Haus. „Ziel ist es, Hemmschwellen und Vorurteile gegenüber der anderen Generation abzubauen“, erklärt Kursleiterin Milena Feldkamp. Im Vordergrund steht dabei der Austausch: Alt und Jung kommen zu Wort, erzählen von früher und heute. Begleitet und entwickelt wird das Projekt von der Theaterpädagogin Petra Lemke und dem Lehrbeauftragten und Gesundheitspfleger Mike Becker.

Spielerisch ein ernstes Thema näherbringen

„Durch das Projekt sollen Schüler auch einen Eindruck von der Pflege bekommen“, erklärt Lemke. Es sei ein spielerisches Näherbringen des oftmals ernsten Alltages. Und: „Viele jüngere Menschen denken oft, dass ältere Mitmenschen schon klar kommen. Aber ganz oft kann man mit sehr wenig anderen Unterstützung geben“, so Lemke.

Ein Achtklässler betritt die Fläche in der Mitte des Kreises. Seine Aufgabe: Eine Sache präsentieren, die ihm wichtig ist. In seinen Händen hält er ein Kartenspiel, geht damit reihum, damit die anderen Anwesenden es bestaunen können. „Diese Karten habe ich von meiner Oma geschenkt bekommen“, erklärt er. „Ich habe großen Spaß am Spielen und an Zaubertricks.“ Das beeindruckt die ältere Generation. „Halte diese Karten immer in Ehren“, rät eine ältere Dame.

Die Hand im Fokus

Lemke verteilt einige Bögen buntes Papier. In Gruppen – Alt und Jung gemischt – sollen die Anwesenden ihre Handflächen abzeichnen. Ganz nebenbei erzählen die älteren, was sie mit ihrer Hand verbinden. „Ich habe meine Kinder gehalten, gekocht und geputzt. All das, was eine Hausfrau damals halt so gemacht hat“, erinnert sich eine Frau.

Die Idee, mit Kunst die Lebenssituation anderen verständlich zu machen, ist für Petra Lemke eine Herzensangelegenheit. Für sie sei es schön zu sehen, dass die jungen Teilnehmer sich mit Hilfe der theaterpädagogischen Elemente auf das Projekt einlassen.

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