Wohltätigkeit

Schüler in Wesel verkaufen Suppe zugunsten der Weseler Tafel

Horst Maiß (vorne links) von der Weseler Tafel und Sabine Schwarz-Schellewald (recht daneben) präsentieren mit den Schülern das Projekt.

Horst Maiß (vorne links) von der Weseler Tafel und Sabine Schwarz-Schellewald (recht daneben) präsentieren mit den Schülern das Projekt.

Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Die Aktion am Konrad-Duden-Gymnasium ist mittlerweile eine feste Einrichtung. Mit Sabine Schwarz-Schellewald hat das Projekt eine würdige Patin.

Konrad-Duden-Gymnasium, 11.25 Uhr. Pünktlich zum Pausengong bildet sich in der Pausenhalle eine lange Schlange. Schülerinnen und Schüler drängen sich an die aufgestellten Servierwagen, von denen bereits ein appetitlicher Duft in die Halle strömt. Wenn Sabine Schwarz-Schellewald und ihr Schüler-Team hier sind, dann riecht es eigentlich immer köstlich. Denn dann können die Schüler leckere, heiße Suppen erwerben – und investieren ganz nebenbei etwas für den guten Zweck.

Inspiriert durch ein Projekt in Wien

Die Suppenaktion am Konrad-Duden-Gymnasium ist mittlerweile eine feste Einrichtung. Die Einnahmen durch den Verkauf der heißen Köstlichkeiten gehen an die Weseler Tafel. „Ich bin inspiriert worden durch die Tafel in Wien“, erklärt Sabine Schwarz-Schellewald. Sie ist die Patin des Projekts, dass vor über einem Jahr an der Schule Premiere feierte. Diese glückte: Mehr als 300 Euro konnten damals an die Tafel übergeben werden. Auch die zweite Aktion, von November 2018 bis in den Februar, war erfolgreich. An mehr als 30 Verkaufstagen wurden über 1000 Tassen Suppe ausgeschenkt.

Schwarz-Schellewald arbeitet für dieses Projekt mit den Schülern zusammen. Sie kommt aus dem Hotelleriegewerbe, ist an der Schule Patin des Kochsalons, eine hauseigene Küche, in denen die Gymnasiasten in Arbeitsgemeinschaften zusammen unter ihrer Anleitung kochen. Mit ihrer Idee, durch die Suppen die Weseler Tafel zu unterstützen, stieß sie direkt auf Zustimmung.

50 Cent gehen an die Weseler Tafel

Die Schlange an den Servierwagen ist immer noch lang. Ganz links kassiert eine Schülerin im Gegenzug für eine leere Tasse: 50 Cent kostet die Leckerei, 50 Cent gehen automatisch an die Tafel. Die Tassen sind bewusst nicht groß: „Die Schüler haben ja nur 15 Minuten Pause“, erklärt Schwarz-Schellewald. Heute haben sie die Auswahl zwischen einer Gemüsebrühe, Möhren- und Tomatensupper sowie Griesbrei und Milchreis. Dazu gibt es passende Einlagen: Reis und Nudel, aber auch Erbsen und Croûtons. Abgerundet wird das Pausenmahl durch frisches Obst. Ein kleiner Selbsttest – Tomatensuppe mit Nudeln – zeigt: Es schmeckt hervorragend.

Auch Horst-Dieter Maiß lächelt zufrieden, als er ein Löffel Suppe probiert. Der Vorsitzende der Weseler Tafel ist sichtlich glücklich über das Projekt: „Ich bin heute das erste Mal hier und wirklich überrascht, was für ein Andrang herrscht.“ 11.40 Uhr. Der Gong verdeutlicht, dass die Pause vorbei ist. Die letzten Tassen werden noch rausgegeben, ehe die Schüler zurück in ihre Klassen gehen. Und wie viel darf heute an die Tafel gegeben werden? „Das zeigt sich hinterher, wir zählen am Ende die Tassen“, so Schwarz-Schellewald.

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