Bestattung von Tieren

Pläne für ein Tierkrematorium in Schermbeck

Der Abschiedsraum im Tierkrematorium in Wesel. In Schermbeck gibt es nun Pläne für einen weiteren Standort.

Der Abschiedsraum im Tierkrematorium in Wesel. In Schermbeck gibt es nun Pläne für einen weiteren Standort.

Foto: Markus Weissenfels / FFS

Schermbeck/Wesel.  Um Besitzern den würdevollen Abschied vom geliebten Kleintier oder Pferd zu ermöglichen, möchte Weseler Firma Cremare nun in Schermbeck bauen.

Soll in Schermbeck demnächst ein Krematorium für Heimtiere und Pferde errichtet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Donnerstag, 4. Juli, der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde. Das geplante Tierkrematorium soll der Kremierung und Bestattung von Heimtieren – unter anderem Hunde, Katzen und Vögel – dienen. Darüber hinaus Tieren, die zwar als „Nutztiere“ bezeichnet werden, zu denen aber die Halter ebenfalls häufiger eine enge persönliche Verbindung haben und die für die Kremierung in der Anlage ausdrücklich zugelassen sind – darunter fallen Pferde, Ponys und Esel, die zusammen als Equiden bezeichnet werden.

Das Fachunternehmen Cremare betreibt in Wesel bereits seit dem Jahr 2005 das Tierkrematorium nahe des Tierheims in Lackhausen. Die Firma beantragt nun für das Gewerbegebiet Hufenkamp die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der die Grundlagen für die Errichtung eines solchen Tierkrematoriums schafft.

Unternehmen und Fachplaner geben in Schermbeck Auskunft

Damit die Ausschussmitglieder im Bilde sind und eine fundierte Entscheidung treffen können, hat der Antragsteller ausführliche Unterlagen eingereicht. Dies erscheint sinnvoll, denn auch Anja Pallinger, Tierärztin und Produktmanagerin von Cremare, sagt: „Die Errichtung eines Tierkrematoriums ist ein etwas heikle Sache.“

Deshalb klärt sie ausführlich über die Pläne in Schermbeck und die Hintergrunde auf. Auch in der Ausschusssitzung am 4. Juli selbst wird ein Vertreter des Unternehmens sowie ein von ihm beauftragte Fachplaner das Vorhaben erläutern und Fragen der Ausschussmitglieder beantworten.

Zwei Aspekte seinen ausschlaggebend für den beabsichtigen neuen Standort, berichtet Pallinger: „Wir kommen in Wesel an unsere Kapazitätsgrenzen. Außerdem besteht bisher in NRW noch nicht die Möglichkeit, auch Pferde zu kremieren.“

Gerade letzteres sei häufig der Wunsch von Reitern oder Pferdebesitzern, die „teils über viele Jahre eine emotionale Bindung zu dem Tier aufgebaut haben und nun gerne in Würde von ihrem Liebling Abschied nehmen“ würden, anstatt das Tier zum Schlachter zu geben oder aber dem Verwertungsbetrieb für tierische Nebenprodukte („Abdecker“) zukommen zu lassen.

Pietätvoller Umgang mit verstorbenen Tieren

Der Betrieb des Tierkrematoriums diene ausschließlich der Bestattung und stelle den pietätvollen Umgang mit den verstorbenen Tieren in den Vordergrund.

Die organische Substanz der Tierkörper werde in Festbettöfen mit einer Mindesttemperatur von 850 Grad mineralisiert, die verbliebene Asche werde – sofern gewünscht – den Tierbesitzern in einer Urne zurückgegeben.

Das geplante Tierkrematorium ist keine Tierkörperbeseitigungsanlage, bei der ein Mindestabstand von 1000 Meter zur Wohnnutzung einzuhalten wäre. Pallinger versichert, es werde „kein schwarzer Rauch aufsteigen“ und es gebe auch keine Geruchsemissionen.

>>> FIRMENSITZ MIT 12 MITARBEITERN IN SCHERMBECK ANGEDACHT:

Die Firma Cremare hat ihren Haupt- und Verwaltungssitz in Wesel und betreibt Tierkrematorien in Deutschland und Frankreich. Mit der geplanten Anlage in Schermbeck mit elf Mitarbeitern im Krematorium soll gleichzeitig die Firmenzentrale mit zwölf Mitarbeitern dorthin verlegt werden, die in den Büros Platz finden sollen; außerdem soll es eine Erweiterungsoption für Büros und eine Betriebsleiterwohnung geben.

Die Errichtung und der Betrieb des Tierkrematoriums ist im Schermbecker Gewerbegebiet geplant. Das Vorhaben liegt innerhalb des vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Gewerbegebiet Kapellenweg“ . Die nächste Wohnbebauung befindet sich dort etwa 300 Meter entfernt. Die Anlieferung der Tierkörper soll in der Regel montags bis samstags zwischen 6 und 22 Uhr durch Abholung beim Kunden erfolgen.

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