Religion

Muslime rufen in Wesel zu Liebe und gegen Hass auf

Mohammad Butt, Imam Mustansar Ahmad und Abdul Wassay Chaudhry (von links) wollen demnächst in Wesel aufklären.

Mohammad Butt, Imam Mustansar Ahmad und Abdul Wassay Chaudhry (von links) wollen demnächst in Wesel aufklären.

Foto: Erwin Pottgiesser / FFS

Kreis Wesel.  Die muslimische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat startet eine Kampagne im Kreis Wesel. Sie will einen Friedensbaum in der Hansestadt pflanzen.

„Liebe für alle – Hass für keinen. Wir sind alle Deutschland“ lautet das Motto einer bundesweiten Kampagne der muslimische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat. Diese ist eine von 73 Glaubensrichtungen innerhalb des Islam und hat rund 150 Mitglieder in den Kreisen Wesel und Borken.

Deutschlandweit hat die Reformgemeinde 55 eigene Moscheen – darunter eine in Isselburg – und zählt 45.000 Mitglieder.

Etwas zurückgeben - auch in Wesel

Im Weseler Haus Duden stellte jetzt der Imam Mustansar Ahmad vor, in welcher Form die Bevölkerung konkret in Wesel aufgeklärt werden soll. Der 29-Jährige berichtet, dass seine Vorfahren – wie die meisten Mitglieder diese Gemeinde – aus Pakistan stammen.

„Wir sind mit offenen Armen in Deutschland aufgenommen worden, jetzt wollen wir auch etwas zurückgeben“, sagt er über eine der Motivationen für die Öffentlichkeitsaktionen. Doch es gibt weitere Anlässe: „Angesichts des im Namen des Islam verübten, unsäglichen Terrors fühlen wir uns als Muslime dazu verpflichtet, die Bevölkerung über Heimatliebe und Loyalität gegenüber dem Land als Teil des Islam aufzuklären“, ergänzt Ahmad.

Dann nennt er drei Grundsätze seiner Glaubensrichtung: Gleichberechtigung von Mann und Frau, kein Zwang zum Glauben und eine klare Trennung von Staat und Religion. Hierzu nennt der Prediger ein konkretes Beispiel: „Einige Länder sagen, Frauen dürften nicht zur Schule gehen – das ist ja völliger Schwachsinn!“

Angst, Misstrauen und Vorurteile abbauen

Mustansar Ahmad möchte gegen Angst, Misstrauen und vor allem Vorurteile ankämpfen. „In Deutschland gibt es teilweise leider eine gewisse Angst vor dem Islam.“ Dann betont er: „Loyalität bedeutet, dass ich gesetzestreu bin.“ Genau zu dieser Loyalität zu seinem Heimatland – in diesem Fall Deutschland – habe schon Mohammed alle Angehörigen des Islam verpflichtet.

Durch die Kampagne erhofft sich die Gemeinde unter anderem auch, dass Bürger klar zwischen Muslimen und fanatischen Extremisten unterscheiden.

Die Mitglieder seiner Gemeinde bringen sich für den Deutschen Staat ein, berichtet der Imam und nennt drei konkrete Beispiel: „Unsere Leute sind unter anderem in der Bundeswehr, in der Medizin und auch als Lehrer tätig.“

In Wesel – und anderen Städten des Kreises – will Ahmad mit seinen Mitstreitern bald unter anderem Flyer verteilen, Info-Stände und Diskussionsabende anbieten und – als Symbol – auch einen Friedensbaum pflanzen.

Termine stehen allerdings noch nicht fest. „Die Anträge sind bei der Stadt Wesel eingereicht – geplant sind die Aktionen für September oder Oktober“, so der 29-Jährige.


>>> DER MESSIAS DER REFORMGEMEINDE ERSCHIEN BEREITS IM JAHR 1889:

Im Gegensatz zu den anderen 72 Glaubensrichtungen des Islam, wartet die Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat nicht mehr auf den Messias. Der sei bereits im Jahr 1889 erschienen, in Person von Mirza Ghulam Ahmad, dem Gründer der Gemeinde.

Über die Reformgemeinde gibt es weitere Informationen gibt es unter www.ahmadiyya.de.

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