Konzert

Musikalischer Hörgenuss mit dem Bonner Kammerchor in Wesel

Der Bonner Kammerchor gastierte in der Martinikirche.

Der Bonner Kammerchor gastierte in der Martinikirche.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Wesel.  Der Chor überzeugte zum Abschluss seiner Konzertreise mit dem Programm „Geistliche Chormusik der Romantik“.

Mit seinem Programm „Geistliche Chormusik der Romantik“ gastierte am Sonntagnachmittag der Bonner Kammerchor in der St. Martini-Kirche in der Innenstadt. Die rund 30 Sängerinnen und Sänger zogen im Defilee rechts und links der Mittelschiffbänke ein, während Chorleiter Georg Hage den Mittelgang nahm. Vor dem Altar nahm der Chor Aufstellung.

Wohlklingend erschallte „Aus der Tiefe rufe ich Herr, zu dir“ von Heinrich Kaminski (1886 – 1946) und gleich gab der semiprofessionelle Bonner Kammerchor, der zu den renommiertesten Chören der Bundesstadt zählt, eine klangliche Visitenkarte ab, die eindringlich wirkte. Klar und rein füllten die Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen den großen Kirchenraum, der im Gegensatz zu den milden und sonnigen Außentemperaturen sehr kühl anmutend die rund 70 Konzertgäste beherbergte.

Gastspiel bildet den Abschluss einer Konzertreise

Das Gastspiel des Bonner Kammerchores bildete den Abschluss einer Konzertreise, die das Ensemble nach Kempen und nach Wesel brachte. Am Ende seiner kurzen Begrüßungsworte wünschte Georg Hage den Konzertgästen: „Ihnen eine anregende Stunde mit geistlicher Chormusik.“

Auf dem Programm, das Werk „Reminiscere“ von Colin Mawby (* 1936), welches im April vom Bonner Kammerchor uraufgeführt wurde und somit natürlich auch in Wesel auf der Liedfolge stand. „Das Werk von Mawby bedient sich typischer Harmonien, wie sie in der Romantik üblich waren“, erklärte Dirigent Georg Hage. Komponiert wurde „Reminiscere“ anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung Hiroshimas und vom Komponisten den zigtausend Todesopfern gewidmet.

Dynamische Liedervorträge

Aus dem Requiem „Seele, vergiss sie nicht“ von Peter Cornelius (1824 – 1874) klangen mahnende Worte ans Ohr der Zuhörer: „Seele, vergiss nicht die Toten!“

Eindringlich und im fortissimo possibile Vollklang sangen die Mitglieder des Kammerchores und rührten in einigen Passagen enervierend an. Die Dynamik im Liedvortrag überzeugte vollends. Besonders im Tutti überzeugten die Gäste aus Bonn mit ihrer Gesangskunst und der Liedauswahl für ihr Gastkonzert in Wesel.

Spende statt Eintritt

Eintritt für dieses Konzert wurde nicht erhoben. Am Ende hatten die Besucher die Gelegenheit, eine Spende für den Vortrag zu geben oder eine CD zu kaufen. Komplettiert wurde der Nachmittag mit geistlicher Musik aus der Romantik mit Werken von Hugo Wolf (1860 – 1903) und Joseph Ryelandt (1870 – 1965). Von Ryelandt erklang die „Missa six vocibus“ sowie von Wolf „Weil jetzo alles stille ist“ und „Komm, Trost der Welt, du stille Nacht“.

Insgesamt ein kirchenmusikalischer Hörgenuss, der mit anerkennendem Applaus gewürdigt wurde. Bei der Zugabe bildete der Chor einen Kreis um das Publikum und sang das Abendlied von Josef Gabriel Rheinberger „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden“.

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