Ostern

Mehrhoogerin Brigitte Ressing malt ein Bild für die NRZ

Künstlerin Brigitte Ressing aus Mehrhoog hat ein Bild für die NRZ zu Ostern gemalt.

Künstlerin Brigitte Ressing aus Mehrhoog hat ein Bild für die NRZ zu Ostern gemalt.

Foto: Lars Fröhlich

Hamminkeln.   Die Künstlerin hat schon als Kind gerne gezeichnet und im Laufe der Jahre viele Erfahrungen gesammelt. Bei ihr geht es um Natur und Umwelt

Der mit Blumen übersäte Vorgarten in der Spielstraße in Mehrhoog zeigt schon an: Hier wohnen Naturfreunde. In der heutigen Zeit, in der Steinwüsten Einzug in die Wohngebiete halten, muss man das mal erwähnen. Und damit sind wir auch direkt beim Thema der Malerin Brigitte Ressing: Natur und Umwelt.

Die NRZ hatte die Malerin, die zurzeit mit Kollegen in der Begegnungsstätte Mehrhoog ausstellt, gebeten, ein Werk zu malen - passend zu Ostern. Nachdem wir mit der Tür ins Haus gefallen waren, gewährten wir natürlich Nachdenkzeit. Schließlich fallen Ideen ja nicht immer vom Himmel.

Die goldene Ostereierverpackung als „Malpalette“

Doch die 58-Jährige hatte da eine Idee. Und schon sitzt die NRZ mit am Küchentisch und schaut der Künstlerin über die Schulter. Ein Aquarellpapier hat Brigitte Ressing schon auf einen Karton geklebt. Darunter ein helles Handtuch - zur Vorsicht. Neben sich hat sie bereits die verschiedenen Pinsel ausgebreitet. Die Schreibtinten stehen bereit. Und als „Malpalette“ dient eine goldene Ostereierverpackung. Upcycling à la Mehrhoog eben.

Auf dem Aquarellblatt hat sie mit Kreppband einige Linien abgeklebt. Für Laien sieht das nicht nach System aus, bekommt aber im Laufe des Malens einen Sinn. So ist das, wenn man einer Frau über die Schulter schaut, die schon als Kind gerne gezeichnet und im Laufe der Jahre so einige Erfahrungen gemacht hat.

Das Kreppband dient als „Farbbremse“

Ein Aquarell soll es für die NRZ werden, denn für Tageszeitungen kann es ja nicht schnell genug gehen. „Es gibt auch Arbeiten, an denen sitze ich Wochen, Monate“, erzählt sie. Das wäre für die Ostergeschichte allerdings dann doch etwas zu lange gewesen.

Die Frau legt los, schwärmt dabei von ihren hochwertigen Pinseln, deren Spitzen den Aquarellen so wunderbare Strukturen geben. Die ersten sonnengelben Kleckse fließen mit viel Wasser auf das Blatt: Nass-in-Nass-Technik nennt man das. Es folgt sattes Grün und schnell wird klar, dass da ein bunter Blumenstrauß im oberen Drittel des Bildes entsteht. Die Farben fließen ein wenig ineinander, aber nicht weiter nach unten. Denn da ist ja in einige Bereichen das Kreppband als Bremse.

Die christlichen Grundwerte sind ihr wichtig

Es macht Brigitte Ressing Spaß, sich beim Malen auszudrücken. Zumal ihre Tochter jetzt studiert, häufig aus dem Haus ist und die Hausfrau mehr Zeit hat. Ist Ostern für sie etwas Besonderes? „Nicht unbedingt“, sagt sie. Aber die christlichen Grundwerte, die sind ihr schon wichtig, allein schon für den Zusammenhalt der Gesellschaft, „das friedliche Miteinanderumgehen“, nennt sie das.

Und Ostern hat ja auch viele Symbole. Die Auferstehung zum Beispiel könne man ja auch als das Wiederauferblühen der Natur interpretieren. Und das will ihr Bild auch ausdrücken. Mehr Natur müsse wieder in das Leben der Menschen, mehr Ruhe, weniger Druck. Für sie selbst ist die Malerei eine wunderbare Art, ihren Kopf frei zu bekommen, eine Art Meditation, eine Auszeit.

Die Natur holt sich ihren Platz zurück

Ein genauer Blick auf das Bild: Ah, der Strauß wächst aus einem aufgebrochenen Ei. Hier hat das Kreppband das satte Grün gezackt aufgehalten. Doch jetzt wird es düster. Schwarze Tinte, mal mehr, mal weniger verwässert, deutet auf Häuser hin.

Mit einer Tintenfeder hebt Brigitte Ressing noch ein wenig die geometrischen Strukturen hervor, um den Unterschied zwischen dem bunten, fröhlichen oberen Drittel und dem düsteren, durchgetakteten unteren Drittel noch zu betonen. Und dann lässt sie die Wurzeln der Blumen sattgrün durch die Gesteinswüste ranken. Die Natur holt sich ihren Platz zurück.

Die Mehrhooger arbeitet schnell - fast zu schnell

Sie arbeitet schnell, die Mehrhoogerin, so schnell, dass der Fotograf nur noch die Endphase der Entstehung mitbekommt. Auch über den Zufall reden wir, der bei Bildern manchmal eine Rolle spielt und mit dem man dann ihrer Meinung nach arbeiten muss. Keine fünf Minuten später ist dann solch ein Zufall da. Die Feder fliegt aus dem Halter. Einige schwarze Kleckse beträufeln die Blumen. War so nicht geplant. Tut der Schönheit des Aquarells aber keinen Abbruch.

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