Marienthaler Abende

Mehr Blues geht nicht auf der Hamminkelner Kulturwiese

Paul Millns, Klavier, und Butch Coulter traten im Rahmen der Marienthaler Abende im Kulturzelt auf.

Paul Millns, Klavier, und Butch Coulter traten im Rahmen der Marienthaler Abende im Kulturzelt auf.

Foto: Gerd Hermann / FFS FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Paul Millns und Butsch Coulter setzen mit ihrem Auftritt Maßstäbe. Vandalen hatten im Vorfeld Wasser ins Klavier gegossen

Mehr Blues geht nicht. Jeder Ton, jeder Akkord, jede Harmonie, was der Bluesmusiker Paul Millns am Donnerstagabend beim Gastspiel in Marienthal produzierte war ein großer Genuss und Beweis, dass gute Musik nicht viel braucht, außer Talent, Können und jede Menge Spirit und Liebe zur Musik. Der aus London stammende Millns hatte Musikerkollege Butch Coulter mitgebracht, der an der Bluesharp und an der Gitarre die Genialität von Millns am Piano fein und perfekt ergänzte.

Immer wieder gab es spontanen Szenenapplaus für solistische Einlagen von Butch Coulter und Paul Millns. Die beiden sprühten vor Spielfreude und waren wie die in seinem Songs besungenen Charaktere „Cityboy“ und „Lucky Joe“. Paul Millns, der Mann aus der britischen Hauptstadt, und Butch Coulter als begnadeter Experte an seinen Instrumenten.

Der Sohn, selbst Musiker, inspiriert ihn

Genau solche Künstler und solche Konzerte machen wohl das sommerliche Kulturangebot der Marienthaler Abende aus und besonders. Die Inspiration zu seinen Songs, die Paul Millns für die knapp 200 Besucher in lässiger Art und stets in gut verständlichem Englisch anmoderierte, kommt von vielen verschiedenen Aspekten. Zum Beispiel von seinem Sohn, der auch als Musiker durchs Leben zieht, wie Millns erzählte. Oder von einem beeindruckenden Naturerlebnis, wie ein Open-Air-Konzert, das er bei Vollmond vor einem englischen Schloss spielte.

Variabel im Stil und doch immer auch mit ganz eigener Note begeisterten Millns und Coulter ihr Publikum. Manchmal kam der Blues-Sänger auch ins Erzählen und dann gab es Statements zu Brexit und Donald Trump, die für Lacher beim Publikum sorgten.

Wasser ins Klavier gegossen

Gar nicht lustig war die Tatsache, dass sich im Vorfeld des Konzertes wohl einige Rowdies Zutritt zum Zelt verschafft hatten. Sie gossen offensichtlich Wasser in ein Klavier und zerschlugen einen Spiegel, wie Karl-Heinz Elmer erzählte. Dank tatkräftiger Hilfe durch den Klavierstimmer konnte Paul Millns auf einem Ersatzinstrument spielen.

Um dem Alltag und den Irrungen und Wirrungen die Stirn zu bieten, helfe es den Blues zu singen, riet Millns. Das tat das Duo und überzeugte den ganzen Abend.

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