Geschichte

LVR-Niederrheinmuseum Wesel lockt trotz des Sommerwetters

Tatiana Savchenko sitzt an der Kasse und im neuen Museumsshop. Die Kataloge zur Sonderausstellung "Wesel und die Niederrheinlande" werden von den Besuchern gern gekauft.

Tatiana Savchenko sitzt an der Kasse und im neuen Museumsshop. Die Kataloge zur Sonderausstellung "Wesel und die Niederrheinlande" werden von den Besuchern gern gekauft.

Foto: Markus Weißenfels

Wesel.   In den zweieinhalb Monaten sahen sich 4300 Besucher in den mit neuem Leben gefüllten Räumen um. Zudem gab es 40 Führungen von Gruppen.

4300 Besucher in zweieinhalb Monaten – kein schlechtes Ergebnis bei dem seit Wochen anhaltenden Sommerwetter im Frühling. Der Direktor des LVR-Niederrheinmuseums Dr. Veit Veltzke wirkt zufrieden, denn diese Zahl ist deutlich besser als sonst beim Vorgänger Preußen-Museum. Hinzu kommen 40 Führungen, die es seit dem 18. März im ehemaligen Getreidespeicher der Zitadelle gab. Ob Geschichtsvereine, Geburtstagsgesellschaften oder ganze Lehrerkollegien, sie alle haben sich fachkundig durch die Sonderausstellung „Wesel und die Niederrheinlande“ leiten lassen und so eine Menge über Wesel und die Region erfahren.

„Unsere Familie im Krieg“

Auch am Freitag waren zwei Lehrerkollegien in den klimatisierten Räumen unterwegs, die ein Grund mehr für einen Besuch an heißen Tagen sein dürften. Zum einen die Pädagogen der Gemeinschaftsgrundschule Feldmark, zum anderen die des Andreas-Vesalius-Gymnasiums. Hinzu kamen einige Gäste, die den Gratis-Eintritt am ersten Freitag im Monat nutzten, um auf historische Reise zu gehen.

Derweil schmiedet Veltzke weitere Pläne. Schon Ende des Monats wird ein spezielles Kinderprogramm angeboten, außerdem eines für die Sekundarstufe I. Eine Kooperation mit der Schule am Ring startet im nächsten Schuljahr. Und weitere Ausstellungen sind ebenfalls in Planung. „Unsere Familie im Krieg“ wird im Herbst die laufende Fahrradausstellung ablösen, und mit dem Februar heißt es „Von Wilhelm zu Weimar“. Mitte nächsten Jahres läuft dann auch das Projekt mit den niederländischen Kollegen (wir berichteten), unter anderem mit dem Nationalen Befreiungsmuseum in Groesbeek. 477 000 Euro stehen dem Weseler Museum dafür zur Verfügung, jede Menge Geld, das Veltzke gern in audiovisuelle Stationen investieren möchte.

Figuren sollen lebendig werden

Pläne hat er zudem für die Weiterentwicklung des großen Weseler Stadtpanoramas, das auch außen am Südring prangt. Gern möchte er die Figuren darin lebendig werden lassen und weitere Weseler zum Mitmachen animieren. Unter dem Arbeitstitel „Wesel spielt sich selbst“ könnte ein Stück Geschichte der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hansestadt zurückgewonnen werden, sagt er. Dabei ist er sich sicher: Der Niederrhein steht für einen modernen Heimatbegriff, bezieht er doch auch die niederländischen Gebiete mit ein.

Was noch nicht ganz rund läuft, ist die Bewirtung. Zwar stehen Getränke zur Selbstbedienung bereit und Gruppen können vorab Kuchen bestellen, der dann vom Café Minchen geliefert wird. Doch ein Pächter für die Cafeteria in der ersten Etage wäre Veltzke lieber. Mit einem ausgeklügelten Konzept könnte sie funktionieren, findet er und setzt weiter auf Interessenten.

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