Thema Wolf

Landrat sichert bei Umgang mit Wolf „große Sorgfalt“ zu

ARCHIVBILD: Ein Wolf – am Niederrhein hat sich ein Tier niedergelassen.

ARCHIVBILD: Ein Wolf – am Niederrhein hat sich ein Tier niedergelassen.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Schermbeck/Hünxe.  Landrat Ansgar Müller wird den Wolf im Kreis Wesel nicht gesondert schützen lassen. Er wünscht sich hingegen eine Weidetierprämie.

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Landrat Ansgar Müller wird die Online-Petition der beiden Schermbeckerinnen Tanja Brodel und Heike Brietsche-Ilsemann nicht unterschreiben. Das teilt er in einem Schreiben mit. Die beiden Frauen setzen sich in dieser Petition wie berichtet für den Schutz der im Kreis Wesel ansässigen Wölfin ein. Knapp 1900 Menschen haben bis Dienstag bereits unterschrieben.

Um die „notwendige behördliche Unabhängigkeit für den weiteren Prozess zu gewährleisten“, werde er nicht unterzeichnen, teilt der Landrat mit. Er verweist auch darauf, dass in Niedersachsen, wo mehrere Wolfsrudel ansässig sind, die Weidetierhaltung zurückgegangen sei. Diese Befürchtung gebe es auch im Kreis Wesel. Da Weidetiere einen Beitrag zum Landschaftspflege leisten, wünscht sich Müller, dass Bund oder Land eine Weidetierprämie einführen würden, „um eine Aufgabe der Weidetierhaltung durch das Auftreten von Wölfen zu verhindern“.

Auch Tötung des Wolfs wird diskutiert

Er geht auch auf die Frage nach einer möglichen „Entnahme“, also Tötung der Wölfin, ein: Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) trifft nach Auswertung der vorliegenden Risse im Wolfsgebiet eine Bewertung zur Frage der Verhaltensauffälligkeit der Wölfin Gloria. Soweit sich nach den vorgegebenen Kriterien eine Verhaltensauffälligkeit ergibt, werden Maßnahmen wie Vergrämung oder Entnahme durch das Lanuv in Abstimmung mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) und im Einvernehmen mit dem NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz festgelegt. Zuständig für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zur Entnahme sei die Untere Naturschutzbehörde, also der Kreis Wesel.

Entscheidung liegt beim Kreis

Ob die Umsiedlung eine Alternative darstellt, wäre im Rahmen der Prüfung der artenschutzrechtlichen Ausnahme zu klären. Angesichts der Bedeutung einer solchen Ausnahmegenehmigung werde sich die Untere Naturschutzbehörde eng mit den vorgesetzten Behörden und ihrem Beirat abstimmen. „Bei der Entscheidungsfindung werden die beteiligten Behörden alle vorliegenden Argumente abwägen, um zu einem validen Urteil zu kommen. Für die Kreisverwaltung kann ich Ihnen große Sorgfalt und Umsicht zusichern“, so der Landrat.

Er dankt den Schermbeckerinnen auch für den „reflektierter Umgang mit dem Thema“, der dazu beitragen könnte, die Emotionen auf allen Seiten zu reduzieren. „Der Kreis Wesel wird ebenfalls weiterhin dafür sorgen, dass alle beteiligten Parteien miteinander im sachlichen Gespräch bleiben.“

Die Petition findet sich unter www.change.org unter dem Suchbegriff „Schermbecks Wolf soll leben“.

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