Tierhaltung

Katzen sind eigenwillig - Tipps aus dem Tierheim Wesel

„Oma“ ist um die 20 Jahre alt – Gabi Wettläufer wünscht der alten Katzendame noch einen schönen Platz und einen Menschen zum  Kuscheln.

„Oma“ ist um die 20 Jahre alt – Gabi Wettläufer wünscht der alten Katzendame noch einen schönen Platz und einen Menschen zum Kuscheln.

Foto: Markus Joosten

Wesel.   Die Anschaffung einer Katze will überlegt sein. Wir haben Tierheimchefin Gabi Wettläufer gefragt, was die Tiere brauchen und was das kostet.

Was muss man für ein Mensch sein, um eine Katze zu halten – und mit ihr glücklich zu sein? Zumindest ein toleranter. „Sie müssen akzeptieren, dass Katzen ein ganz eigenes Leben haben“, erläutert Tierheimleiterin Gabi Wettläufer. „In der Regel entscheidet die Katze, was sie wie tun will. Vor allem aber, was sie nicht will.“ Läuft ihr etwas gegen den Strich, kann im Extremfall Protestpinkeln die Folge sein.

Babykatzen sind niedlich – aber sie drehen problemlos den Haushalt auf links. „Sie sind wie Kleinkinder, man kann sie nicht allein lassen. Sie machen viel kaputt“, sagt Wettläufer. Wertvolle Dinge unbedingt in Sicherheit bringen, ist ihr Tipp. Das Tierheim vermittelt Kätzchen nur im Doppelpack. Ältere Katzen schlafen viel und können daher auch mal allein bleiben, „aber sie sind keine Spielkameraden für Kinder“. Sie wollen ihre Ruhe haben.

Katzengreisin „Oma“ sucht jemanden zum Kuscheln

Es will gut überlegt sein, eine Katze ins Haus zu holen. „Man kann durchaus von 16 Jahren Lebensdauer ausgehen“, sagt Wettläufer. „Oma“, wie die älteste Katze im Heim liebevoll genannt wird, schätzt sie auf etwa 20 Jahre, es gibt noch ältere. Wer sich so lange nicht festlegen will, ist gut beraten, ein erwachsenes Tier aufzunehmen. Es muss ja nicht gleich „Oma“ sein – die sich für ihre letzte Lebensphase noch ein warmes Plätzchen und viele Streicheleinheiten wünscht. Carlo wäre so ein Kandidat: Der kleine Tiger ist neun und traurig, weil sein Mensch im Pflegeheim ist.

Welches Tier sich für wen eignet, finden Wettläufer und ihr Team gemeinsam mit den Interessenten heraus. Manchmal stellt sich heraus, dass eine Katze doch nicht das richtige ist. Weil die Kinder Angst vor ihr haben. Weil das Katzenklo zu unangenehm riecht. Weil zu viele Katzenhaare auf dem Sofa zurück bleiben, weil... Auch nachdem das Tier vermittelt ist, behält es noch sechs Tage lang seinen Platz im Tierheim. Und: Wer eine Katze aus dem Weseler Heim hat, kann sie beim Tierheimdoc behandeln lassen – er berechnet den einfachen Satz (dazu mehr unten), bei alten Tieren kommt das Heim denjenigen, die ihnen noch ein Zuhause geben, sehr entgegen. .

Was kostet es, eine Katze zu halten?

Anschaffung: Vom Nulltarif beim Bauern über 130 Euro Gebühr im Tierheim bis zu mehr als 1000 Euro beim Züchter ist alles möglich. Gratis-Katzenkinder sind meist weder geimpft noch gechippt. Zwei Grundimpfungen zu je 35 Euro, der Chip für 20 Euro plus die spätere Kastration (86 Euro Katze, 63 Euro Kater) fallen an. Bei Tierheimtieren ist das inklusive.

Tierarzt: Jährliche Impfung 35 Euro. Ältere Tiere müssen möglicherweise häufiger zum Tierarzt. Die genannten Preise sind Einfachsätze . Je nach Ausstattung und nach Region können Tierärzte den bis zu 2,5-fachen Satz berechnen.

Futter: Von rund einem Euro/Tag aufwärts, es gibt preiswerte und kostspieligere Produkte.

Zubehör: Katzen benötigen einen Kratzbaum mit stabiler Grundplatte (kippfrei), einer Höhle und einer Liegefläche, ab etwa 50 Euro. Näpfe sind für kleines Geld zu haben. Hinzu kommt eine Katzentoilette, ab zehn Euro. Und das Streu – ein laufender Posten: Im Discounter gibt es zehn Liter ab drei Euro. Ausprobieren lohnt sich: hochwertiges Katzenstreu kostet mehr, ist aber deutlich ergiebiger.

Tipp: Vieles Katzenzubehör gibt es preiswert bei Internetversteigerungen oder beim Tierheimtrödel.

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