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Hundekrankheit aus Norwegen: Das sagt das Umweltministerium

Tödliche Hundekrankheit: Das muss man jetzt wissen
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Voerde.  Sind auch in NRW Hunde an dem Magen-Darm-Infekt aus Norwegen erkrankt? Eine Familie aus Voerde hat ihren Hund in weniger als 24 Stunden verloren.

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Eine in Norwegen grassierende Durchfallerkrankung bei Hunden alarmiert auch Halter in NRW: Auf Anfrage beim Landesumweltministerium heißt es zwar, dass es derzeit keine Hinweise auf ein „gehäuftes Vorkommen von Todesfällen durch Magen-Darm-Erkrankungen bei Hunden in NRW“ gebe. Da der Erreger in Norwegen aber noch immer nicht identifiziert werden konnte und es keine Meldepflicht für tödlich endende Durchfallerkrankungen gibt, stochern die Behörden auch in NRW im Nebel.

Eine Halterin aus Voerde, die ihren Namen nicht öffentlich machen möchte, ist sich recht sicher, dass ihr Mischling Jacky an einer gravierenden Magen-Darm-Erkrankung gestorben ist. Ob es sich dabei um den Erreger aus Norwegen handelt, kann nicht seriös beantwortet werden: Kurz nachdem Tierärzte der Tierklinik in Duisburg-Kaiserberg Jacky eingeschläfert hatten, wurde das Tier eingeäschert.

„Wir waren immer mit Leine unterwegs. Das war keine Vergiftung“

„Zwischen den ersten Symptomen und seinem Tod lagen keine 24 Stunden. Dabei war er vorher ein topfitter Hund“, erzählt die 33-Jährige, die ihren Hund immer an der Leine ausführte. „Wir können ausschließen, dass es eine Vergiftung war.“

Der rapide Krankheitsverlauf gleicht dabei den in Norwegen geschilderten Fällen: An einem Nachmittag Ende Oktober erbricht der zehnjährige Rüde zunächst, wenig später auch blutig. Der kleine Hund, der keine sechs Kilo wiegt, wird immer kraftloser. Die Familie bringt das Tier in die Notaufnahme der Tierklinik in Kaiserberg. Es sei schon der fünfte Hund mit diesen Symptomen, habe es am Empfang geheißen, erinnert sich die Frau: „Nach langem Warten wurde ihm dort ein Medikament gegen Übelkeit verschrieben, danach wurde mein Mann mit ihm wieder nach Hause geschickt – dabei wurde nicht einmal die Temperatur gemessen“, kritisiert die zweifache Mutter.

Halterin stellt nach Rückkehr aus der Tierklinik selbst fest, dassHund unterkühlt ist

Sie zückt schließlich selbst das Fieberthermometer: 36,5 Grad, was bei Hunden deutlich unter der normalen Temperatur von 38 bis 39 Grad liegt. Noch in der Nacht setzt blutiger Durchfall dem zehnjährigen Rüden weiter zu, Jacky kollabiert und wird wieder in die Tierklinik gebracht. Besuchen darf ihn die Familie nicht, das Tier wird später auf der Quarantäne-Station behandelt. Dort beginnt er am späten Nachmittag zu krampfen, muss am frühen Abend eingeschläfert werden. „Vielleicht hätte das verhindert werden können, wenn Jacky nicht nachts trotz schwerer Symptome wieder nach Hause geschickt worden wäre“, kritisiert die Halterin auch die Tierklinik Kaiserberg.

Nach mehrfacher Anfrage dort heißt es, das bislang bei keinem Hund mit schwerwiegenden Magendarm-Erkrankungen einer der bisher bekannten möglichen Erreger nachgewiesen werden konnte. „Daher können wir Ihnen keine näheren Informationen liefern“, teilt die Tierklinik mit.

Landesministerium kann Zusammenhänge bislang nicht bestätigen

Dem Landesministerium für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) sind die Fälle in Norwegen bekannt. 45 Hunde sind dort seit August in Folge der akut verlaufenden Durchfallerkrankung, die mit blutigem Durchfall und Erbrechen einhergeht, verstorben. Derzeit gebe es laut norwegischen Behörden aber keine Anzeichen dafür, dass die Krankheit besonders ansteckend sei, heißt es beim LANUV. Die norwegischen Behörden ermittelten aktuell noch immer den „krankheitsverursachenden Keim“. So lange das nicht abgeschlossen sei, könnten keine Zusammenhänge zwischen Einzel-Fällen in NRW und den Erkrankungen in Norwegen bestätigt werden, so eine Pressereferentin des LANUV.

Aus diesen Gründen macht das LANUV auch keine abschließende Aussage zur Meldepflicht und zur potenziellen Gefahr für den Menschen. Die norwegischen Behörden gingen aber davon aus, dass die Krankheit für Menschen ungefährlich ist, da bislang keiner der Halter erkrankte.

Vierköpfige Familie aus Voerde hat Fall der Tierärztekammer gemeldet

„Grundsätzlich sollte beim Umgang mit Hunden und anderen Tieren immer auf die Einhaltung einer Basishygiene geachtet werden. Dies gilt umso mehr, wenn die Tiere krank sind und an Magen-Darm-Erkrankungen leiden“, empfiehlt das LANUV abschließend.

Für die vierköpfige Familie aus Voerde, die noch immer um Jacky trauert, ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Sie hat sich an die Tierärztekammer gewandt: Dass die Behandlung Jackys „unglücklich gelaufen sei“, reiche als Entschuldigung nicht.

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