Gesundheitsamt

Hauterkrankung: Mehr Krätze-Fälle als früher gemeldet

Die sogenannten Krätzemilben sind Auslöser für die Hauterkrankung. Charakteristisch ist der Juckreiz, der in der Nacht stärker wird.

Foto: Foto: Michael Kleinrensing

Die sogenannten Krätzemilben sind Auslöser für die Hauterkrankung. Charakteristisch ist der Juckreiz, der in der Nacht stärker wird. Foto: Foto: Michael Kleinrensing

Wesel/ Hamminkeln/ Schermbeck/ Hünxe.   Nicht gefährlich, aber lästig: Kreisweit haben die Krätze-Meldungen zugenommen. Auch in Wesel, Hamminkeln und Hünxe sind die Zahlen angestiegen.

Es juckt, es ist lästig und die Zahlen der Krankmeldungen sind kreisweit angestiegen: Auch in Wesel, Hamminkeln und Hünxe wurden im vergangenen Jahr mehr Fälle der Hauterkrankung Krätze gemeldet als noch im Jahr 2015. Einzig in Schermbeck gab es mit drei Erkrankungen eine Meldung weniger als im Vorjahr (4). Einen deutlichen Anstieg verzeichnete das Gesundheitsamt in Wesel: Hier gab es mit 27 Meldungen fast vier Mal so viele wie noch im Jahr zuvor (7). In Hamminkeln ist mit sieben Meldungen der Krankheit ein Anstieg um fünf Fälle zu verzeichnen. Keine Meldung gab es 2015 noch in Hünxe – hier wurden dem Gesundheitsamt 2016 zwei Fälle gemeldet.

Erhöhtes Problembewusstsein

Insgesamt passten die kreisweiten Zahlen ins Bild, sagt Martin Binder, Leiter des Gesundheitsamtes im Kreis Wesel, der von einer deutlichen Zunahme der Fälle spricht. „Es ist mehr geworden als früher.“ Über Ursachen könne nur spekuliert werden. Martin Binder vermutet aber, dass erhöhtes Problembewusstsein sowohl bei der Ärzteschaft als auch bei den Einrichtungen dazu führe. Denn Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Wohnheime sind durch das Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet, über die Fälle zu informieren. „Es wird mehr Krätze-Fälle geben als uns gemeldet wurden“, sagt Martin Binder. Das Gesundheitsamt bekomme aber einen Großteil mit, sagt er.

Eine Verbindung zwischen den vermehrten Krätze-Meldungen zur Flüchtlingskrise herzustellen, wie es etwa die AfD tat, kann Martin Binder nicht bestätigen. Die Fallzahlen sprechen seiner Meinung nach dagegen: „2016 sind es deutlich mehr Fälle gewesen, die hohen Flüchtlingszahlen hatten wir aber im Jahr 2015“, sagt er. Allerdings besteht in Flüchtlingsunterkünften - wie in anderen Gemeinschaftsunterkünften auch - ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, da die Krätze durch Hautkontakt übertragen wird.

Juckreiz wird nachts stärker

Schuld an der Hauterkrankung tragen die sogenannten Krätzemilben, die auf die Haut gelangen und für das charakteristische Jucken sorgen: „Nachts nimmt dieser Juckreiz zu“, sagt Martin Binder. Die Erkrankung lasse sich aber gut behandeln, so der Leiter des Gesundheitsamtes. Medikamente müssten großflächig, mehrere Tage lang, über Nacht aufgetragen werden oder alternativ als Tabletten verabreicht werden. Wichtig: Alles, was mit der Haut in Kontakt ist – also beispielsweise Kleidung, Handtücher und Bettwäsche – muss gewaschen oder in Plastiktüten verschlossen werden, so dass die Milben absterben. So verhindere man, dass die Milben wieder auf den von Krätze befreiten Körper gelangten. „Die Krankheit ist nicht gefährlich, sie ist aber lästig“, hält Binder fest.

>>> INFO: Bis Ende April wurden 72 Fälle im Kreis Wesel gemeldet

  • Allgemein lässt sich feststellen, dass mehr Krätze-Fälle gemeldet werden als in der Vergangenheit. Kreisweit stieg die Zahl von 34 Fällen im Jahr 2015 auf 148 Fälle in 2016.
  • Bis Ende April wurden 2017 in Wesel sechs Fälle, in Hamminkeln einer und in Hünxe drei gemeldet. Noch keinen Fall gab es in Schermbeck. Kreisweit gab es bislang 72 Fälle.
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