Prozessbeginn

Hamminkelner soll Stieftochter sexuell missbraucht haben

Archivfoto

Archivfoto

Hamminkeln/Duisburg.   Ein 48-jähriger Mann aus Hamminkeln soll seine Stieftochter regelmäßig missbraucht haben. Die Anklage spricht von besonders schwerem Missbrauch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wegen sexuellen Missbrauchs steht ein 48 Jahre alter Mann aus Hamminkeln vor dem Landgericht Duisburg. Über Jahre soll er seine Stieftochter sexuell missbraucht haben. Die Anklageschrift listet insgesamt 22 Fälle auf, die sich zwischen März 2015 und März 2017 in der damaligen Wohnung der Familie in Mülheim ereignet haben sollen.

Zu Beginn der Taten soll die Stieftochter elf Jahre alt gewesen sein. Die Frau des Angeklagten hatte das Mädchen mit in die Ehe gebracht. Danach bekam das Paar noch vier gemeinsame Kinder.

Zwei Sachverständige fehlten

Zu dem ersten Übergriff soll es im Frühjahr 2015 gekommen sein, als die Mutter des Kindes in der Badewanne saß. Der Angeklagte soll das Kind im Intimbereich befummelt haben. Ähnliche Übergriffe, welche die Staatsanwaltschaft als besonders schwere Fälle des sexuellen Missbrauchs wertet, sollen sich danach beinahe monatlich wiederholt haben. Gegen bestimmte Sex-Spielarten hatte sich die Geschädigte laut Anklage allerdings erfolgreich durch Fußtritte wehren können. Mehrfach soll der Stiefvater sich in Gegenwart des Mädchens auch selbst befriedigt haben.

Über die Verlesung der Anklageschrift kam das Verfahren am ersten Verhandlungstag allerdings nicht hinaus. Denn zwei Sachverständige – ein psychiatrischer Gutachter, der etwas zur Schuldfähigkeit des Angeklagten sagen soll, und ein psychologischer Experte, der die Glaubhaftigkeit der Aussagen der jungen Hauptbelastungszeugin wissenschaftlich bewerten soll – waren zu Prozessbeginn terminlich verhindert.

Angeklagter will sich äußern

Der in Wesel geborene Angeklagte kündigte an, sich am nächsten Verhandlungstag zur Sache äußern zu wollen. Sein Verteidiger deutete auf Nachfrage des Staatsanwaltes allerdings an, dass ein rückhaltloses Geständnis nicht zu erwarten ist. Dabei wäre das vermutlich der einzige Weg, im Falle einer schuldhaften Verurteilung wenigstens eine so niedrige Haftstrafe zu erreichen, dass sie der Angeklagte im offenen Vollzug antreten könnte.

Für das Verfahren vor dem Duisburger Landgericht sind bis zum 7. Mai zwei weitere Verhandlungstage geplant.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben