Brückenneubau

Hamminkeln: Brückenarbeiten auf der A3 verliefen im Eiltempo

Zwei Kräne hievten die fertigen Brückenteile auf die Widerlager.

Zwei Kräne hievten die fertigen Brückenteile auf die Widerlager.

Foto: Gerd Hermann / FFS

Hamminkeln.  Schon am Samstagmorgen war die erste Brücke an der A3 installiert. Ziel von Straßen NRW ist es, Brücken künftig noch schneller zu sanieren.

Am Ende ging es doch schneller als angekündigt: Bereits in der Nacht zu Sonntag konnte Straßen NRW die Sperrung der A3 zwischen Wesel und Rees wieder aufheben. „Es hat alles ohne Zwischenfälle geklappt“, bestätigte Projektleiter Erdal Zorlu der NRZ am Sonntag. Dafür sind Zorlu und sein Team am Samstag früh aufgestanden: Je drei knapp 40 Meter lange und 75 Tonnen schwere Betonfertigteile mussten mit riesigen Kränen auf die vorbereiteten Widerlager der Brücken am Horster Weg/Vierwinden und am Heckenweg gehievt und befestigt werden.

Trotz der stattlichen Größe der Bauteile war das Feinarbeit. Die drei der Spannbetonteile mussten die Kräne exakt an der vorgesehenen Stelle absetzten und die Arbeiter anschließend verschweißen und verankern.

Die Schwertransporte mit den Brückenteilen waren schon in der Nacht zur Baustelle gekommen, so dass die Arbeiten am Samstagmorgen schon gegen acht zunächst am Horster Weg beginnen konnten. Rund 30 Arbeiter waren vor Ort, um sich um den reibungslosen Ablauf zu kümmern. Denn, so erklärte Erdal Zorlu, eine Verlängerung der Sperrung, die bis Montagmorgen angekündigt war, sei nicht möglich.

Sperrung auf der Autobahn 3 war lange im Voraus geplant

Ein dreiviertel Jahr im Voraus wird die Sperrung geplant - und da auch an anderen Autobahnabschnitten Arbeiten anstehen, muss alles im Zeitplan bleiben.

Ziel sei es sogar, früher fertig zu werden, erklärte Zorlu am Samstagmorgen. Eine Stunde rechneten die Planer pro Brückenteil – und tatsächlich senkte sich um kurz vor elf das dritte Betonteil auf das Widerlager der Brücke an der Straße Vierwinden, während Arbeiter an den anderen Brückenelementen schon mit den Schweißarbeiten beschäftigt waren. Am Nachmittag wurde die gleiche Prozedur am Heckenweg wiederholt – bis Mitternacht waren sämtliche Nacharbeiten erledigt, so dass der Verkehr wieder fließen konnte.

Autobahnbrücken bei Hamminkeln werden nach neuer Methode saniert

Die beiden Brücken in Hamminkeln werden nach einer neuen Methode saniert: Anstatt die im April abgerissenen Bauwerke vor Ort neu zu errichten, werden sie aus Fertigteilen zusammengesetzt. „Früher waren wir mehr als ein Jahr mit den Betonarbeiten vor Ort beschäftigt“, erklärte der Projektleiter. Mit der alten Bauweise waren bis zu fünf Sperrungen der Autobahnen notwendig, Hauptproblem war dabei die Wetterabhängkeit.

So geht es viel schneller: 90 bis 120 Tage rechnet Straßen NRW für den Austausch von Brücken dieser Art. Zorlu: „Unser Ziel ist, es in 50 Tagen zu schaffen“.

Die beiden Hamminkelner Brücken werden im September endgültig fertig sein. Bis dahin müssen sich Pendler und Urlauber auf der A3 noch auf verengte Fahrbahnen im Baustellenbereich einstellen, eine weitere Sperrung wird aber nicht mehr notwendig sein.

Brücken auf der A3 waren in die Jahre gekommen

Die Brücken mussten wie viele weitere in NRW ausgetauscht werden, weil die Bauwerke aus den 60er Jahren nicht mehr zeitgemäß waren. Die Traglast von 16 Tonnen reichte nicht mehr aus. Die neuen Brücken können 40 Tonnen tragen und sind für die nächsten 80 Jahre geplant.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben