U 18-Wahl

Europawahl: Bei Weseler Jugendlichen liegen die Grünen vorne

Für die Weseler Gesamtschüler war schon am Freitag Europawahl.

Für die Weseler Gesamtschüler war schon am Freitag Europawahl.

Foto: Erwin Pottgiesser

Wesel.   Junge Weseler simulieren bei der U18-Wahl in der Gesamtschule und in Jugendzentren den Urnengang. So soll politisches Interesse gefördert werden.

Im Foyer in der Gesamtschule Am Lauerhaas bildet sich eine lange Schlange. Schüler reihen sich vor einem Tisch an, auf dem ein dicker Stapel Blätter liegt. „Bitte einzeln hinter die Wahlkabine gehen und nur ein Kreuz machen“, weisen Uwe Heinrich und Finja Schult den Nachwuchs an. Es ist ein besonderer Tag für die Gesamtschule. Ein Tag, an dem die Schülerinnen und Schüler ihre Recht wahrnehmen können, eine Meinung zu vertreten. Mit der „U18-Wahl“ simulieren sie den Wahlvorgang bei der Europawahl.

„Die Jugendlichen haben sich vorher im Unterricht mit den Parteien auseinandergesetzt“, erklärt Uwe Heinrich vom Stadtjugendring Wesel. Auf Anfrage haben er und sein Team die Wahl organisiert. „Es wurde in den Kursen viel diskutiert. Viele haben sich ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt“, führt er fort. Neben der Gesamtschule beteiligten sich auch Jugendeinrichtungen in Schepersfeld, Flüren sowie das Jugendzentrum „Karo“. „Eigentlich ist es ja eine Fake-Wahl“, erklärt Heinrich weiter. „Man wählt ja nicht richtig.“ Aber: „Das politische Interesse bei den Schülern wird geweckt“, erklärt er.

Europawahl war Thema im Unterricht

Die Schüler kommen an diesem Tag in Gruppen zur Wahlkabine. Die Stimmzettel sind etwas kleiner gehalten als im Original. Auf einem DIN-A4 Blatt stehen alle 40 Parteien, die in diesem Jahr für

die Europawahl antreten – allerdings ohne die Listenkandidaten.

„Wir haben das Thema Europa in Gesellschaftslehre behandelt“, verrät der 13-jährige Thomas nach seiner Wahl. Der Schüler der 7b kannte die EU bereits davor. „Ich finde es sehr gut, dass man weiß, was Jugendliche wählen würden“, erklärt er. „Ich wusste schon die ganze Zeit, was ich gerne wählen möchte“. Die U18-Wahl war für ihn nicht neu: Bereits 2017 gab es eine zur Land- und Bundestagswahl. Eine kleine Überraschung gab es dennoch: „Ich wusste vorher nicht, dass es so viele Parteien gibt.“

Der Wahlomat als Entscheidungshilfe

Die letzte U18-Wahl war es für Lukas und Liv. Die beiden 17-Jährigen besuchen die elfte Jahrgangsstufe der Gesamtschule. „Ich habe mich im Internet informiert, zum Beispiel mit dem Wahlomat“, erklärt Lukas. Der Wahlomat hilft mit 38 Fragen dabei, welche Parteien die persönlichen Ansichten wie der Wähler hat und dient so als Entscheidungshilfe. Auch Liv hat den Wahlomat ausprobiert – „Bei mir kam die Partei heraus, die ich ohnehin gewählt hätte“, verrät sie. Die Vorbereitungen durch den Unterricht lobt sie: „Man weiß, dass es das Europaparlament gibt. Aber jetzt hat man sich auch richtig damit auseinandergesetzt.“

Anders sieht es für Lutz aus. Auch er besucht den elften Jahrgang, ist allerdings schon volljährig. An der U18-Wahl nahm er deshalb nicht teil. „Ich interessiere mich sehr für Politik“, verrät der Schüler. Dass er daher an der richtigen Europawahl teilnehmen wird, steht für ihn außer Frage.

>> So wählen die Weseler Jugendlichen

Wenn es nach den Jugendlichen ginge, wären die Grünen mit 26, 8 Prozent der Stimmen stärkste Partei, gefolgt von der SPD mit 20,5 Prozent.

Die CDU, die in den Prognosen die Nase vorn hat, kommt bei den Weseler U-18-Wählern erst an dritter Stelle mit 11, 3 Prozent.

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