Einzelhandel

Die Hamminkelner Remise schließt nach 25 Jahren

Dorothea Hartmann und ihre Geschäftspartnerin Marlene Fischer (nicht im Bild) schließen Ende März die Remise in Marienthal.

Dorothea Hartmann und ihre Geschäftspartnerin Marlene Fischer (nicht im Bild) schließen Ende März die Remise in Marienthal.

Foto: Heiko Kempken

Hamminkeln.   Das Marienthaler Geschäft mit Büchern, Devotionalien und Kunsthandwerk hat nur noch bis Ende März offen. Nachmieter öffnet wahrscheinlich im Juni

Sie war eine Institution in Marienthal, die Remise an der Klosterkirche. 25 Jahre verkauften hier Dorothea Hartmann und Marlene Fischer Bücher, Devotionalien und hochwertiges Kunsthandwerk. Doch nun ist Schluss. Die Remise schließt Ende März ihre Pforten.

Ein Nachmieter, der wahrscheinlich im Juni öffnet, ist zwar gefunden. Aber für Dorothea Hartmann und Marlene Fischer ist Feierabend angesagt. Es ist ein Stück Marienthal, das dort Servus sagt. 25 Jahre haben die Beiden mit dem Sinn für schöne Dinge im Laden verbracht, viel mit den Kunden gelacht und haben so auch einen kommunikativen Treffpunkt im Dorf geschaffen.

Freundinnen seit der Schulzeit in Rhede

Die Idee von einer Buchhandlung kam vom damaligen Bürgermeister Heinrich Meyers, der schon immer gerne eine Buchhandlung in Marienthal gesehen hätte. Dieser Wunsch stieß bei Dorothea Hartmann und Marlene Fischer auf offene Ohren.

Kennengelernt hatten sich die beiden Frauen an der Fachoberschule in Rhede, wo beide sich zu Sozial-Pädagoginnen hatten ausbilden lassen. Während Dorothea Hartmann im Martini-Kindergarten in Wesel arbeitete, verdiente Marlene Fischer ihre Brötchen an einer Schule für Kinder mit geistiger Behinderung in Borken. Bevor sie im März 1994 die Remise eröffneten, machten sie sich erst einmal kundig, wie das denn so funktioniert mit einem Buchladen.

Der Buchvertrieb lieferte nur bis Dingden

„Wir waren ja beide nicht vom Fach“, erinnert sich Dorothea Hartmann. Ihr Mann baute damals den alten Wagenschuppen zu einem schmucken Ladenlokal mit Ausstellungsfläche um. Zur Eröffnung segnete der damalige Prior des Klosters, Pater Martin, im Beisein der Familien das Schmuckstück und dann ging es los.

Zunächst mit Hindernissen, denn Marienthal lag zu weit vom Schuss, als dass die Verlage ihre Bücher direkt an die Klosterkirche auslieferten. Die Bücherkisten kamen nur bis zu den Fischers nach Dingden, wo sie gelagert und weiter transportiert wurden. Das änderte sich nach einigen Jahren. Die Remise wurde nicht nur ein Verkaufsgeschäft, sondern auch ein kultureller Veranstaltungsort.

Die Buchhandlung als Kulturort

Lesungen fanden dort statt, Ausstellungen und ein Buch haben die beiden auch mit herausgegeben, direkt 1995 „Einblicke - Unterwegs in Marienthal“ heißt das Werk, das Einblicke in Dorf und Kloster gibt mit den passenden Psalmen von Pater Peter Schröder. Denn Bücher aus der Region waren schon immer eine Spezialität der Remise. Warum sie jetzt aufhören? „Der Laden ist ja nun nicht alles“, sagt Dorothea Hartmann trocken. Sie und ihre Freundin freuen sich auf ein bisschen Freizeit, denn „wir sind schon gut im Rentenalter.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben